Meine sehr geehrten Damen bis Herren an den Empfängnisgeräten.

Jahresendzeit, dunkle, kalte, eisige Zeit, in der sich kaum einer gerne lange freiwillig draußen aufhält. Da rottet man sich gerne in gemütlichen, warmen Stuben zusammen, wenn man von der Tafel kommt oder vom ausgedehnten X-mas Extreme Shopping. Shopping auch nur noch dann, wenn man muss.

Heute kann man sich schließlich seine Waren und Geschenke zum Christenfest vom DHL oder Hermes Sklaven bringen lassen, die sich für einen selbst an den Päckchen im Ausbeuterbilliglohnjob um den Verstand schleppen. Wir finden, es ist an der Zeit, mit diesen Missverständnissen aufzuräumen. Es ist nicht das Christkind, das die Geschenke bringt. Diese wurden auch nicht von einem Herrn Sankt Klaus (besser bekannt unter dem verkaufspsychologisch gut gewählten Namen Santa Claus) am Nordpol von körperlich benachteiligten Menschen ( was anderes sind Wichtel und Zwerge nicht ) in liebevoller Kleinarbeit hergestellt.

Hier in Deutschland arbeiten körperlich, sowie auch geistig benachteiligte Menschen entweder in Behindertenwerkstätten oder in der Politik und in Führungspositionen der Wirtschaft, Kirche und Medien.

Sankt Klaus musste schon vor Jahren seine Produktionsstätte am Nordpol aus geoklimatischen Gründen (Erderwärmung und Polkappenschmelze) nach China verlagern. China hat da ganz tolle Möglichkeiten und ganz tolle Werksverträge. China stellt sogar eigenes Personal dafür ab. Natürlich keine Facharbeiter mit berufsrelevanten Kenntnissen sondern arme Wanderarbeiter, die aus ihren Heimatregionen vertrieben oder unter Zwang deportiert worden sind. Leider sind durch die Zerstörung der Weihnachtsmann Produktionsstätten am Nordpol die Originalpläne und Schnittmuster der Weihnachtswaren verloren gegangen. Das macht den Chinesen nichts aus, denn sie sind neben Guttenberg und Kujau Meister im Kopieren und Nachbauen. Natürlich können heute in Zeiten des Ausbeuterkapitalismus, der modernen Sklaverei und Prostitution sowie der Schwarmgier aus Gründen der Kostenminimierung nicht mehr die normalen und gesundheitlich unbedenklichen Werksstoffe verwendet werden. Man mischt dort gerne zum Beispiel Viren unter Tiefkühlerdbeeren, Gifte in Textilien, Spielzeug und Babybreis, die hier den Beschenkten und Nächsten krank machen können und sogar umbringen. Viele der Gifte, die Sie Ihren Kindern in Ihren ach so schönen billigen Chinaprodukten zumuten verändern die DNA des Kindes. Deswegen wundern Sie sich bitte nicht allzu sehr, wenn Ihr Kind beispielsweise an ADHS erkrankt oder vielleicht sogar mal ein Amokläufer wird, der munter seine Klassenkameraden ums Eck bringt.

Wenn er in der Schule auch nix anderes kann, das kann er ja gut, denn Sie haben ihm vor Jahren vielleicht mal ein Ballerspiel für die Playstation oder den PC gekauft. Vielleicht sogar noch eine CD mit seiner Lieblingsmusik von gewaltverherrlichenden Gangsterrappern. Ihr Kind weiß mittlerweile genauso gut übers Töten Bescheid, wie ein Soldat am Hindukusch, wenn nicht sogar besser. Natürlich darf man heute auch keinen Wert mehr auf Qualität der Waren legen und muss froh sein, wenn man für seine Lieben überhaupt noch das Richtige und Unbedenkliches zum Fest bekommt. Schenken Sie sich zum Fest doch kugelsichere Westen, Splitterschutzdecken und Stahlhelme. Wäre doch eine Idee, oder? Viele von Ihnen fahren über die Festtage zur Bescherung mit der Bahn zur Verwandtschaft. Wie man weiß, explodieren bei der Bahn nicht nur die Fahrpreise und die Kosten für Stuttgart-21. Ohauerha werden Sie vielleicht grade denken und Sie sind entsetzt. Dann gönnen Sie sich doch schnell einen gepanschten und überteuerten Glühwein auf einem Ihrer Lieblingsweihnachtsmärkte Ihrer Wahl. Lassen Sie sich aber nicht Ihren sauer verdienten Niedriglohn von den Glühweinstand Verkäufern aus der Tasche ziehen. Vertrauen Sie da eher auf das Fingerspitzengefühl von Facharbeitern aus Rumänien und anderen ehemaligen Ostblockstaaten. Auch hier sind wieder fleißige Kinderhände am Werk und Sie werden echt überrascht sein, was man Ihnen alles aus der Handtasche, dem leger offenen Rucksack oder der Gesäßtasche fingert. Freuen Sie sich, wenn Ihnen nur Ihr Geldsäckel fehlt und Ihnen nicht während eines Weihnachtsmarktbesuches die eigene Bude leer geräumt wird. So macht Weihnachten Spaß und man kann sich getrost an ungefährlichen Lichterketten und Schneeimitatspray aus der Dose erfreuen. Vielleicht wäre dieses Desaster nicht passiert, wenn Sie Ihre Brut von klein auf nicht so einen Mist erzählt hätten, dass das Christkind die Geschenke bringt. Stehen Sie dazu und verleugnen Sie sich nicht. Sie sind der Mildtäter, der Beschenker und Spender. Stehen Sie dazu und erzählen Sie Ihren Kindern keine Lügen mehr. Vielleicht ist das einer der grundlegenden ersten Schritte, wie Sie Ihre Kinder zu mündigen und urteilsfähigen Bürgern eines selbstbewussten Landes erziehen. Keine Lügen mehr über falsch verstandene Sozialromantik und verkehrte Interpretation biblischer, christlicher und westlicher Traditionen.  

Gönnen Sie sich dann nach so vielen Festvorbereitungsstrapazen eine Weihnachtsgans, die nicht unter gesundheitlich und ethisch bedenklichen Umständen gemästet oder lebend gerupft wurde. Mittlerweile kann man das Gefühl selbst nachvollziehen, was es heißt, wenn einen jemand bis aufs letzte Hemd auszieht und Preise verlangt, als wäre man im Stammgast im Edelpuff. Vielleicht gönnen Sie sich dieses Jahr auch einfach nur mal ein gutes Stück Rindfleisch. Japanisches Kobe Rind ist dieses Jahr nach Fukushima vom teuersten Fleisch der Welt zum Billigrestposten verkommen, sodass Ihr Cäsium 23 Steak nicht nur lecker auf dem Festtagsteller was her macht sondern hängen Sie es doch als strahlenden Christbaumschmuck dekorativ in die saure Billigtanne, die von ostblöckischen Wanderarbeitern in heimischen Wäldern geschlagen wurden. Der Appetit ist mir sowieso schon vergangen. Da muss ich nur an diese unsägliche Beschneidungsdebatte denken, der schwanzeingezogene Ko Tao vor rückständigen Ansichten, dass ein Schöpfer an sich es nötig hätte seine Kinder nach dem Durchleben der Presswehen noch mit Beschneidungsschmerzen versehen zu müssen. Seit dem ist mir die Lust auf Calamares total vergangen. Und ich denke auch, Beschneidung in Hinsicht auf die Qualität deutscher Kassenärzte, das geht nicht lange gut und so sehe ich schon die erste große Headline in der Bild Zeitung: “ELTERN KLAGEN AN! BESCHNEIDUNG MISSGLÜCKT! FALSCHES ENDE WEGGEWORFEN!” Jawoll! Verschließen Sie zum Jahresende Ihre Augen vor der Realität und narkotisieren Sie sich mit dem Allerheils und sozialromantischen Lügenmist, es sei alles Gut und die Welt so friedlich und toll. Quatsch! Sie ist voller Massenmörder und anderen grausamen Psychopaten, wie wir grade tränenschwanger aus den USA erfahren haben.

Aus diesem Grunde gedenken wir heute und in der nächsten Zeit an die toten Kinder des Schulmassakers in Conneticut. Wir gedenken auch der Kinder, die von amerikanischen und anderen Soldaten und Auftragsmördern in Afghanistan und anderen Krisenherden auf dieser Welt jeden Tag ums Leben gebracht werden. Wir gedenken auch der Kinder, die für die adipösen Wohlstandskids westlicher Länder unter faschistischen und ausbeuterischen Umständen Spielzeug herstellen müssen, mit dem sie selbst niemals spielen werden und natürlich den Japanischen Fukushima Kids, die einer strahlenden Zukunft entgegen sehen können. Welches Kind hat heute noch so ein großes Glück?

Ja! Bei so viel realer Grausamkeit in der Welt muss man sich belügen und am Billigfusel berauschen, denn so viel niedere Grausamkeit hält keine gesunde Menschenseele aus ohne sich nicht irgendwann selbst gegen zu wehren. In diesem Sinne. Bleiben Sie uns gewogen.

Ihr Weihnachtsengel Babette Kirsch   

Babett Kirsch als Weihnachtsengel mit freundlicher Genehmigung von Fotostudio Mangatter

Babett Kirsch als Weihnachtsengel mit freundlicher Genehmigung von Fotostudio Mangatter

 

 

 

Kommentare
    • udoschueller sagt:

      Danke für Deine Resonanz. Bitte empfehle uns doch weiter, damit noch mehr Leser in den Genuss kommen. Beachte auch unseren vorherigen Artikel über die neuen zehn Gebote im Unisexformat. Mit bester Empfehlung zum Jahresende, die Ohauerha Redaktion.

  1. schmidtchen66 sagt:

    Die Welt ist ein böser Ort. Wer hier noch Weihnachten feiert, ist entweder naiv oder verschließt auf höchst zynische Weise seine Augen vor der Realität. Das habe ich verstanden, denn es wird jedes Jahr ebenso vorgebetet wie die – zugegebenermaßen verlogene – Werbung für ein konsumreiches Weihnachten. Ich wüsste zu gern, was Frau Kirsch an Weihnachten macht. Demonstriert sie vor Kaufhäusern? Führt sie Diskussionen mit ihrer Familie darüber, dass es bitteschön nichts zu feiern gibt? Es ist immer möglich, sich in Hohn und Spott zu ergehen. Es ist wie erwähnt nicht neu, aber es beweist Bildung, Weitsicht und Kritikfähigkeit. Dazu gratuliere ich Frau Kirsch. Noch schöner fände ich jedoch, wenn wenigstens einer dieser zahllosen Artikel nicht nur bestehende Verhältnisse anprangern würde, sondern versöhnliche Zeichen setzen würde, trotz aller Ungerechtigkeit für Frieden, Harmonie und Verständnis einzutreten und diese Werte auch und gerade an Weihnachten zu verbreiten. Natürlich kann ich meinen Kindern erzählen, in was für einer furchtbaren Welt sie leben und sie zu frühreifen, schuldbeladenen und depressiven Erwachsenen machen, in der Phantasie keinen Platz hat. Ich kann ihnen aber auch humane Werte vermitteln, die sie dann hoffentlich weitergeben. Die Welt wird kein besserer Ort, wenn ich mich in Problemen suhle, aber wenn ich mich mit Lösungen befasse. In diesem Sinne wünsche ich trotz allem allen, die dies hier lesen, besinnliche, friedvolle und hoffnungsträchtige Feiertage!

    • udoschueller sagt:

      Sehr geehrter Herr Schleicher. Vielen Dank für Ihre lobenden und insoirierenden Worte und Anregungen. Uns ist es sehr klar, wenn wir Dinge etwas überzeichnen und mit Worten Farben malen, wie ein Maler sein Bild. Die Redaktion, zu der auch Frau Kirsch gehört, suhlt sich hier zwar etwas in der Prosa doch behalten wir uns vor unsere Gedanken, unsere positiven Ideen und Innovationen nicht in so einem Medium, wie dem Internet zu präsentieren. Die Saat geht nur auf, wenn man persönlich vor Ort mit den Menschen selbst arbeitet, sie nicht versucht krampfhaft zu überzeugen sondern aktive Hilfe für den Alltag zu leisten. Neben unseren Haupttätigkeiten sehen wir zu, dass wir uns sehr sozial engagieren. Doch wie und was, wird nicht verraten. Das ist eines unserer Maxime. Das ist für uns so normal wie das Atmen und darüber brauchen wir nicht zu sprechen. Wir tun es einfach, da es ein angeborener Reflex ist. So wie wir und unsere Familien, so auch unser Freundeskreis, deren Freunde und so weiter. Das ist Bildung, das ist die Liebe zu diesem Land, zu dieser Erde und die Liebe sich selbst gegenüber, so wie auch unseren Nächsten. Wir können Ihnen an dieser Stelle versichern, dass wir uns nicht mit diesem Krisengejammer abgeben und aktiv handeln. Mit freundlichen Grüßen, Udo Schüller

      • schmidtchen66 sagt:

        Sehr geehrter Herr Schüller,

        haben Sie vielen Dank für Ihre schnelle, umfassende und vor allem erfreuliche Antwort. Ich konnte natürlich nicht wissen, dass Sie sozial aktiv sind. Es ehrt Sie und Ihre Redaktion, damit nicht hausieren gehen zu wollen, doch hätte eine Andeutung dessen den Text in einem völlig anderen Licht erscheinen lassen. So habe ich Frau Kirschs Beitrag tatsächlich als alljährliches Krisengejammer abgetan und auf den scheinbaren Kulturpessimismus entsprechend gereizt reagiert. Da werden Leser mit der Auflistung schonungsloser Wahrheiten in unterhaltsamer Weise wachgerüttelt. Jetzt sind sie wach, na schön. Aber völlig orientierungslos, wie sie sich bitteschön anders verhalten sollen. Also fallen sie, mangels aufgezeigter Alternativen, sehr schnell wieder in ihren Alltagstrott. Wäre es da nicht, gerade in der Weihnachtszeit, eine Überlegung wert, mehr Menschen zum Umdenken und zum aktiven Helfen zu bewegen? Es gibt abgesehen von Geldspenden so viele weitere Möglichkeiten. Sie wissen das. Ich auch. Andere Menschen brauchen vielleicht noch einen Schubs in die richtige Richtung – und wenn es nur einer von Hundert ist, ist schon wieder etwas gewonnen.

        Herzliche Grüße

        Jens Schleicher

      • udoschueller sagt:

        Hallo Herr Schleicher. Danke für Ihre konstruktive Kritik. Wir sind diesbezüglich auf dem Weg, uns einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dies soll ab 2013 endlich geschehen in Form von Lesungen, Veröffentlichenungen und Seminaren bezüglich Selbstdarstellung und Persönlichkeitsmanagement. Wäre doch gelacht, wenn wir es nicht ein weiteres Mal schaffen als hiesige Bürger mit einem guten Beispiel voran zu schreiten und der Welt zu zeigen, wie man friedlich und ohne Tote ein Weltsystem revoluzioniert. Das war 1989 als die Mauer fiel, beim letzten Weltuntergang. Und diesem Geist sollten wir alle uns endlich bewußt sein. Wir hier und andere anderswo auf der Welt. Wenn nicht wir, wer sonst? Diese Themen und Ideen werden wir oder besser unser einziger gelernter Schauspieler in der Redaktion und Ohauerha Satireblog Gründer, Udo Schüller (udoschueller.wordpress.com), ab nächstes Jahr als Bühnenprogramm unters Volk bringen. Gerne halten wir Sie zukünftig darüber auf dem Laufenden. Aber “Ohauerha” läßt sich ja auch gut selbst merken. ;-) In diesem Sinne mit Grüßen jetzt von mir, da der Rest grade Pizza holt, Norber Schuhmann.

      • schmidtchen66 sagt:

        Das klingt sehr vielversprechend! Ich halte mich gern auf dem Laufenden und wünsche schon jetzt viel Erfolg!!

      • udoschueller sagt:

        Vielen Dank dafür. Was soll uns denn noch aufhalten, mit dem Wissen um Menschen wie Sie. Beste Grüße, U. S.

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