Archiv für Januar, 2012

Meine sehr geehrten Damen bis Herren.

Ich hoffe, dass es Ihnen gut geht und dass das auch so bleiben wird.

Einige Mails sind bei mir eingegangen, die sich auf meine letzte Geschichte beziehen.

„Einzelschicksale von Menschen, die sich wegen Hartz vier das Leben nehmen, interessieren doch keinen. Das schockt nicht, das ist kein Brüller, kein Skandal und kein weiterer Wachrüttler.“

Leider müssen heute Unglücke sehr groß sein, damit wir sie überhaupt noch für uns wahrnehmen.

Bei all der Traurigkeit über den Untergang der Concordia vor Italien, wo sonst nur afrikanische Flüchtlinge ersaufen, birgt dieses traurige Unglück eine positive Metapher.

Ein Lichtblick, ein lodernd heller Feuerschein in ach so tiefschwarzer Nacht des als Demokratie getarnten Kapitalfaschismus.

Nehmen wir einmal an, Deutschland wie wir es kennen und was wir aus ihm gemacht haben und haben müssen lassen, wäre die Concordia.

Vertrauensvoll begibt sich eine Herde Urlaubswütiger (Bürger) in die Obhut eines Schiffs – Führers. (Politik, Kirche, Wirtschaft)

Und der setzt den Kahn auf ein Riff (durch Gier erzeugte Weltkrise).

Der Pott sinkt und Menschen kommen in große Not. (Gegenwart)

Nun zu der positiven Botschaft!

Diesmal sind dabei nur wenige ersoffen. Der Mensch ist also im Stande aus Krisen und Erfahrungswerte des Erlernten zu lernen! Dem Universum sei Dank.

Es sind deswegen nur so wenige Tote zu beklagen, weil diese Menschen nicht mehr auf ihren „Führer“ und seine Crew gehört haben.

Sie nahmen ihr Schicksal in die eigenen Hände.

Die, die endlich die falschen Anweisungen ignorierten, haben überlebt.

Überleben. Auch im übertragenen Sinne ein wichtiges Thema.

Solange die MS Deutschland fest vertäut im Rektalhafen in Übersee vor sich hin rostet, wird sie niemals über ihre Jungfernfahrt hinaus kommen.

Was sagt uns nun das Unglück der Concordia?

Nur wenn man nicht Blindlinks einem „Führer“ folgt, kann man sich retten und überlebt.

Die Kriegsvorbereitungen der westlichen Welt nehmen immer mehr erschreckende Ausmaße an.

Wenn es knallen wird, werden auch wir hier in Europa nicht davon verschont bleiben.

Vielleicht kommt es dann wirklich zum vorerst letzten Krieg.

Das wäre die Titanic.

Damals haben nur ganz wenige überlebt im Gegensatz zum Untergang der Concordia.

Die Titanic galt als größtes und schnellstes Passagierschiff seiner Zeit auf der Welt.

Damals spielte eine Band bis in den Untergang hinein.

Heute ist es nur noch ein Alleinunterhalter namens D. Bohlen.

Im Kreise von Opfern der Vollmanipulation oder auch in der esoterisch angehauchten Schicht der durchschnittlichen Verschwörungstheoretiker unkt man seit Tagen, der Kapitän wäre von afrikanischen Terroristen dazu bezahlt worden, damit er den Dampfer am Riff parkt.

„Damit der weiße Mann mal am eigenen Leib spüren kann, was sonst nur den schwarzen Brüdern blüht.“

Was für ein Schwachsinn!

Jetzt, kurz vor Toresschluss und im Anblick eines näher rückenden Finalknalls haben wir noch reelle Chancen auf ungeahnte Perspektiven in einer friedlichen und global sozial verträglichen Zukunft miteinander.

Die, die den Horror überleben werden, die werden sich gegenseitig erschlagen und sich auffressen.

Es wird keine Nahrung mehr geben. Die Ernten und die Wälder sind verbrannt, die Erde und das Wasser vergiftet, die Städte liegen in Schutt und Asche.

Wissen Sie, wie verrückt das ist?

Wir legen Saatgutreserven in einem Bunker in der Arktis an.

Die, die aus ihren Bunkern heraus kriechen werden, haben keine lagen Überlebenschance.

Das wird eine Herausforderung für die Überlebenden werden.

Wie ans Saatgut kommen?

Sie werden längst verhungert oder getötet worden sein, bevor sie in der Arktis angekommen sind.

Ersparen wir uns das doch bitte und schenken uns selbst wieder etwas mehr Vertrauen und Zuversicht.

Und jetzt nicht nur: „Frauen und Kinder zuerst!“ Wir sind alle gefragt.

Mit einem freundlichen Ahoi für Ihre nächste Seereise entlasse ich Sie für heute.

Bleiben Sie mir gewogen.

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Sehr geehrte Damen bis Herren.

Freitagabend, Wochenende. Tür zu und den Rotwein dekantiert.

Vielleicht waren Sie noch mal schnell bei Schlecker auf ein letztes Schnäppchen oder kommen von einer abenteuerlichen Reise per Flugzeug, Auto, Bahn oder Schiff.

Das habe ich mich immer schon gefragt, wieso es heißt mit einem Schiff auslaufen.

Streng physikalisch gesehen kann ein Schiff nicht auslaufen.

Wenn man es öffnen würde, würde es volllaufen statt aus.

Lässt man es auf Grund laufen, dann auch.

Wo sonst nur afrikanische Flüchtlinge ertrinken….

Aber lassen wir die Haarspaltereien, es ist schließlich Wochenende.

Endlich zu Hause und Tür zu. Endlich Tür zu. Endlich Ruhe.

Ab und zu muss man sich selbst eine Auszeit gönnen und versuchen zu seiner Mitte zurück zu finden.

Dazu gehört sehr viel Training, um ein Stück weit zu sich selbst zu finden und sich mal wieder selbst zusammen zu setzen.

In der Regel ist es so, dass des knapp drei Wochen dauert, bis man langsam anfängt, wieder für sich selbst denken zu können.

Zeit, um Ereignisse endlich zu be- oder verarbeiten.

Ich war vor ein paar Wochen auf der Beerdigung eines Bekannten.

Wir waren zwar nicht so dicke miteinander aber wir liefen uns immer wieder über den Weg und gingen ab und zu Bier trinken.

Er hatte mein Alter.

So wie ich, das ganze Leben lang ein selbst und eigenständiger Mensch.

Dann wurde er krank.

Nach sechs Wochen gab es Krankengeld von der Gesundheitskasse und etwas später die Kündigung der Firma.

Erfolgreich, dann krank, dann joblos.

Hartz vier gab es erst dann, nachdem er sich hat zwingen lassen, seine komplette Existenz aufzugeben.

Erst musste er alles was er hatte aufbrauchen und aufgeben. Jeden Cent. Das Auto, das Haus mit der Einrichtung, für das er sich sein halbes Leben hat krumm gelegt, seine Frau, seine Kinder, seine Familie bis hin zu seiner Altersversorgung.

Der Rest seiner Verwandten verleugnete ihn mittlerweile, weil die Agentur nicht für ihn zahlen wollte und Kohle von der Verwandtschaft für ihn forderte und dass sie alles offen legen müssten.

Keiner wollte ihn mehr kennen.

Er war schon ein gebrochener Mann, als er dann endlich nach weiteren Erniedrigungen von der ARGE seine Stütze bekam.

In seiner Rekonvaleszenz konnte er nicht so produktiv sein.

Und ist man nicht produktiv, dann hat man auch kein Recht mehr in diesem Land, einen menschenwürdigen Umgang mit seiner Person zu erfahren.

Den einzigen Zufluchtsort, den er hatte war seine kleine Mietswohnung. Dort war er zu Hause. Er fühlte sich geborgen und war ein aktives Mitglied unserer Gemeinschaft.

Die Wohnung nahmen sie ihm dann auch noch und zwangen ihn in eine schäbige Vorortsiedlung zu ziehen, in der man nach Sonnenuntergang nicht mehr unbewaffnet auf die Straße sollte.

Es sei, man ist mittlerweile sowieso suizidal veranlagt.

Verzeihen Sie mir bitte den Ausdruck!

Scheiße noch mal! Keiner von uns hat was gemerkt. Keiner!

Bis zu seinem Selbstmord hat er sich nichts anmerken lassen, was das alles mit ihm angestellt hatte.

Nichts.

Es war ein kalter Novembertag, als wir ihn zu Grabe trugen.

Ein scheißkalter Tag, der versprach auch nicht besser werden zu wollen.

Und so geschah folgender Eklat.

Der Pfarrer hatte das Ende seiner Predigt noch nicht ganz ausgesprochen und war an der Stelle:

„… und wünschen wir dir die ewige Ruhe…“

angelangt, da wäre ich dem Kuttenmann gerne selbst an die Gurgel gesprungen.

Das ist ja wohl eine bodenlose Unverschämtheit, oder? Die ewige Ruhe!

Nach unserem letzen Atemzug sind wir entmaterialisiert. Wir werden atomar.

Und Atomen die ewige Ruhe zu wünschen heißt Stillstand, Starre, Regungslosigkeit.

Da wünscht einer einem für dessen Zukunft auf der anderen Seite des Lebenskreislaufes die Bewegungslosigkeit.

Grade unser toter Freund hatte in den letzten Jahren genug Regungslosigkeit durch Restriktionen erfahren dürfen.

Als man ihm alles nahm, hat man ihn schon umgebracht.

Leicht ist es ihm bestimmt nicht gefallen aber erlösend.

Als ob wir nicht alle zu Lebzeiten schon mit Starre und Bewegungslosigkeit zu kämpfen hätten.

Wir haben doch schon genug Stagnation im Leben an sich.

Es ist nur sehr wenigen Menschen vergönnt, sich frei er als Andere zu entfalten.

Will sagen, dass sie ihr Leben einfach leben können. Das macht man allerdings immer nur vom Geld abhängig.

Nur wer es sich wirklich leisten kann, der kann sich wohl auch alles erlauben.

Ein Großteil der arbeiteten Menschen sind irgendwann in Berufen gelandet, für die sie gar nicht geschaffen sind, die sie nie so wollten. Das schafft Missmut.

Viele Menschen leben an ihrem Leben einfach vorbei ohne jemals erfahren zu haben, was ihre Person und Persönlichkeit wirklich ausmacht.  Kurz: Wer sie wirklich sind.

Sie finden sich irgendwann in Jobs wieder, die sie zwar ausfüllen aber die sie nicht mit ganzem Herzen lieben.

Und was man nicht mit voller Überzeugung macht, das nimmt auch kein gutes Ende.

Das wurde mir nun klar, denn durch den Tod des Bekannten traten die Auswirkungen der weltweiten Krise direkt auch in mein Leben.

Ein weiteres Opfer unter den zahllosen Menschen.

Wieder eine weniger, der wie wir alle sein ganzes Leben einem System nachgehechelt ist, ohne jemals im Leben Gefühle wie Sorglosigkeit und Freiheit richtig spüren zu können.

Was muss das wohl für ein Gefühl sein, wenn man seine eigene kreative Schaffenskraft in das Leben einbringen kann. Jeder auf seine Art und Weise. Das würde viel mehr Jobs und Perspektiven schaffen, als

unser jetziges System, das nur noch komatös vor sich hin röchelt.

Wieso eigentlich tut man sich sowas an? Das Leben ist für so einen Mist wirklich zu kurz.

Im Gegensatz zu meinem Rotwein werde ich es hoffentlich noch einige Zeit tun.

Atmen.

In diesem Sinne. Bleiben Sie mir gewogen.

Meine sehr geehrten Damen bis Herren.

Schön, dass Sie merken, dass Sie vielleicht doch manipuliert werden. Und das mit Ausmaßen, die man sich selbst kaum erklären kann.

Wir reden über die großen Manipulatoren der Welt und schimpfen aufeinander wie die Rohrspatzen.

Dabei übersehen wir leicht die Manipulatoren im Kleinen.

Ein Beispiel, eine Metapher, fiel mir dieser Tage bei einem Gespräch mit einer Bekannten auf.

Sie habe sich jetzt einen Kristall gekauft, der ihr Trinkwasser reinigen soll.

Einfach den Stein eine Minute in den Händen reiben und mit Energie füllen.

Dann den Stein ins Wasser legen und es wird kosmisch und energetisch rein!

… und das würde helfen….

So, so….

Nun, wenn es hilft.

Ich gab ihr folgenden Gedanken mit auf den Weg.

Liebe XXX. Wenn Du das nächste Mal zur Quelle gehst, um Dein Wasser zu holen, dann versuchst Du mal den Weg. Pass auf: „Wenn Du den Kristall sowieso erst einmal eine Minute mit Deiner eigenen Energie versorgen sollst, damit er für Dich das Wasser reinigen soll! Aha! Soso. Hm…“

Da wurde sie ein wenig ungeduldig.

„Das nächste Mal füllst Du Dir Dein Quellwasser in eine Glasflasche (keine Plastikflasche! Wichtig!), reibst Dir Deine Hände warm, als ob Du den Stein mit Energie füllen wolltest und umfasst ohne Umwege direkt die Flasche und versorgst das Wasser direkt mit Deiner Energie.

Direkt vom Erzeuger. Wozu also noch Umwege gehen? Wozu?

Die Kraft kommt von Dir und die Kraft geht direkt in das Wasser, dass Du trinken willst.

Worauf wartest Du also noch?

Ändere selbstbewusst Dein Verhalten und gehe neue Wege.“

Das leuchtete ihr ein. Bislang hatte auch sie sich manipulieren lassen.

Heute findet sie immer mehr Mut, Ihre Energie direkt für ihr Leben einzusetzen.

Heute gibt sie sich nicht mehr so schnell auf, was ihrem Selbstbewusstsein zuträglich ist und was ihr persönliches Selbstwertempfinden enorm gesteigert hat. Sie kann wieder lachen.

Als Nächstes; so verriet Sie mir; habe sie sich ein größeres Ziel gesetzt.

Sie will lernen zu sich selbst zu stehen und somit auch ihre ersten Fältchen zu akzeptieren.

Wenn das nicht einmal eine Perspektive ist. Eine menschliche Perspektive von jemand für sich selbst.

Und da hat sie Recht.

Wenn ich geschäftlich unterwegs bin lerne ich sehr viele Menschen kennen.

Leider treffe ich immer häufiger auf Menschen, die langsam am eigenen Leib spüren, in was für ein Leben sie sich selbst haben pressen lassen.

Vielen geht’s ganz gut dabei.

Noch viel mehr dabei nicht so sehr, denn leider versprühen diese Menschen genau diesen negativen Charme der Wut und Verzweiflung über sich selbst.

Viele Menschen um die 40 bis 50 Jahre finden sich in einem Leben wieder, dass sie sich in ihren kühnsten Träumen nie für sich selbst erhofft haben.

Mittlerweile haben sie sich einem Spinnennetz der absolut biederen und durchschnittlichen Bürgerlichkeit hingegeben.

Einer Bürgerlichkeit, vor der sie immer geflohen waren.

Dann sind sie plötzlich um die 40 und fangen das Grübeln an und verharren innerlich in einer Schockstarre.

All die Träume und Talente, die Ideale und Ziele.

Sein eigenes Leben geopfert für ein System, was nicht mehr zu retten ist. Punktum.

Da kann man noch so rechnen, sparen und Geld drucken wie man will.

Wenn der Zug im Kopfbahnhof steht, dann ist Ende! Da geht’s nicht mehr weiter!

Verzeihung, ich werde damit bestimmt keine Stellung für ein Pro Stuttgart 21 beziehen.

Ganz bestimmt nicht.

Aber ist dieser Bahnhof nicht signifikant für unsere Zeit?

Wir halten jeden Tag an einem System fest, dass das Leben von immer mehr Menschen aufs Spiel setzt.

Und das strahlen diese Menschen oft aus.

Dieses innerliche Unbehagen und die Traurigkeit darüber, dass sie sich in einer Welt wiederfinden, die sie selbst so nie haben wollten und mit der sie nicht klar kommen.

Sie sind allerdings so sehr in dem Netz versponnen, dass sie sich nur noch sehr schwer aufbäumen können. Lieber Tür zu und Fernsehen an.

Da kann man sich dann an dem Leid Anderer hemmungslos ergötzen.

Da fällt mir die Headline der Bild dieser Tage wieder ein.

Bach und Zietlow im Interview: „ … wir brauchen keine Promis… wir brauchen… gebrochene Persönlichkeiten….. .“

Romantischer hätte es ein Josef Mengele nicht sagen können und diese Aussage ist fast vorschlagsreif für einen Friedens Nobelpreis im Voraus.

Unterhalten sollten sich solche Zuschauer einmal mit einem Flüchtling aus Afrika oder aus Bosnien.

Was das mit denen wohl macht, wenn sie sehen, wie viel Spaß es Menschen im goldenen Westen macht, anderen bei menschenunwürdigen Aktionen zuzusehen.

Wie viele Erinnerungen werden da wohl wach und was macht das mit ihm oder ihr?

So einen Mief verbreiten Menschen mittlerweile.

Und da wäre mal wirklich ein Appell an die Medienverantwortlichen von Nützen.

Schämen Sie sich eigentlich nicht für ihre Arbeit? Oder für Ihr Leben?

Das passiert vielen um die 40.

Denen mit Qualifikation steht ein riesiges Heer von Menschen gegenüber, das sich ohne großartige Ausbildung und Kenntnisse des beruflichen Metiers durchs Leben schlägt.

Aushilfskräfte sind zwar billig, verfügen allerdings oft nicht über die weitreichenden Standards, die für ein Unternehmen langfristig wichtig wären.

Es sei denn das Unternehmen hat sich so einen Crack geangelt, der oder die das tut, was er oder sie sagt und kann.

Und was werden Sie nun tun?

Weiter an Ihrem eigenen Stein reiben und hoffen auf Heilung und positive Energien oder sorgen Sie ab sofort für sich selbst ohne den nötigen Respekt, die Achtung und die soziale Kompetenz im Umgang miteinander und der Welt zu verlieren?

Bleiben Sie mir gewogen.