Archiv für Mai, 2012

Meine sehr geehrten Damen und Herren.

In jüngster Zeit diskutierten wir in der Redaktion des udoschueller Blogs lange die Ergebnisse des Drogen und Suchtberichtes der Universität Lübeck im Auftrag der Bundesregierung in Bezug auf die pandemische Auswirkung der Internetsucht.  Diese besagt, dass man schon bei einer täglichen Dauer ab 4 Stunden zu den Kreisen der Süchtigen, also Abhängigen, gehört. Leider beschränkt sich diese Studie nicht auf die private Zeit im Internet. Man rechnet die berufliche mit dazu.

Je nach persönlicher Physis sind die Krankheitssymptome der Folgen unterschiedlich schwer ausgeprägt und bedürfen besonderer ärztlicher und medizinischer Pflege in entsprechender Dauer. Wir, auf der einen Seite Arbeitnehmer und Arbeitgeber und auf der anderen Seite als redaktionelle Mitarbeiter der udoschueller Blog Redaktion, sehen eine große Gefahr für die Volkswirtschaft zukommen. Als Arbeitgeber stellen wir uns die Frage, ob man seine Angestellten bald nur noch bis zu drei Stunden täglich an die Rechner setzen darf, danach ist eine zusätzliche Lohnergänzugszahlung dem Arbeitnehmer zu seinem regulären Gehalt zu zahlen.

Oder, wie gehe ich als Angestellter mit dem Thema Sucht um? Mache ich mich da strafbar mit?

Die Frage nach einer Sonderbesteuerung für Internetarbeitsplätze bleibt auch offen.

Aus diesen Gesichtspunkten heraus bitten wir die Bundesregierung um eine schnelle öffentliche Stellungnahme, da es hierbei um die allgemeine Volksgesundheit geht.

Hier nun der offene Brief an die Bundesregierung und die öffentliche Hand:

28.05.2012 – Offener Internet-Brief

Drogen- und Suchtbericht Mai 2012: Bei den 14- bis 64-Jährigen gelten ca. 560.000 Menschen als internetabhängig und ca. 2,5 Mio. als problematische Internetnutzer.

Sehr geehrte Frau Dr. Bundeskanzlerin Merkel,
sehr geehrte Frau Drogenbeauftragte Dyckmans,

mit großer Sorge habe ich im aktuellen Drogenbericht über das Thema Internetsucht gelesen. Ganz offensichtlich sind große Teile der Bevölkerung suchtgefährdet.

Seitdem ich vor wenigen Tagen diese Nachricht gehört habe, schlafe ich sehr unruhig und bin verunsichert. Am Wochenende habe ich mich daher mit Freunden und Familie über dieses Thema ausgetauscht. Alle sind besorgt über ihr Internetnutzungsverhalten, insbesondere da einige Raucher sind, andere schwierige Kindheitserfahrungen machen mussten, manche nicht so gerne zu Hause sauber machen und alle gelegentlich ein Bier oder Glas Wein trinken. Genau aber das sind die Indikatoren, die im Suchtbericht als internetsuchtbefördernd ausgewiesen werden.

Sie verstehen daher, dass meine Unruhe und Verunsicherung begründet ist.

Der große Teil meiner Freunde benötigt das Internet auch beruflich. Worauf müssen wir achten, wenn das Internet auch zum Arbeitswerkzeug wird?

Geht es Ihnen nicht auch schon so, dass Sie mittlerweile fast nur noch Texte aufnehmen, deren Umfang eine halbe DIN A4 – Seite nicht mehr überschreitet? Das ganze Internet ist voll damit und jede Sekunde kommen Neue dazu, die Sie auch noch lesen müssen.

Sind Offlinezeiten für Betriebe und für die Bundesverwaltung geplant, um die Bevölkerung zu schützen? Wird es zu Smartphoneverboten für Jugendliche und andere Betroffene kommen? Welche Maßnahmen sind geplant, um die Verbreitung von Geräten zu stoppen, die den exzessiven Internetkonsum befördern? Wie gehen wir mit Providern um, die den Stoff Internet unbegrenzt bereit stellen? Werden Webseiten abgeschaltet, die ihre Besucher zu langen Besuchszeiten verführen? Müssen wir nicht grade jetzt, um dem Suchtverhalten der Bevölkerung nachvollziehbar gewahr zu werden, die Vorratsdatenspeicherung einführen? Ist ein Bundessiegel für Webseiten und Onlineangebote geplant, von denen keine Suchtgefährdung ausgeht? Wird es ein Internetausstiegsprogramm geben, Rehaprogramme und Spezialisten in Drogenberatungszentren, die vor Ort helfen?

Wird die deutsche Regierung, im Namen der Fürsorgepflicht auch in dieser Situation der akuten Gefährdung der Volksgesundheit, den Mut aufbringen und sagen:

Ja – Wir schalten ab!

Ich habe Ihnen diesen Brief im Namen des Udo Schüller Blogs als Offenen Internet-Brief geschickt, da sich immer mehr Menschen mit diesem Suchtproblem konfrontiert sehen. Es scheint sich hierbei um das berühmte „Fass ohne Boden“ zu handeln. Vielleicht sehen Sie ja eine Möglichkeit, dem Fass zumindest einen Deckel aufzusetzen.

Mit freundlichen Grüßen

Udo Schüller
V.i.S.d.R (udoschueller.wordpress.com)
Estermannstraße 70

53117 Bonn

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Meine sehr geehrten Damen bis Herren.

Da beschließt die Regierung einfach ein neues Gesetz, dass jeder Bürger ab 16 Jahren dazu aufgefordert wird, seine Organe zu spenden.

Wir hoffen inständig, dass es sich dabei ausschließlich um eine Zustimmung zur Organentnahme nach dem eigenen Dahinscheiden handelt.

Wir finden diesen Beschluss doch etwas dreist.

Wieso etwas spenden, was man zu Geld machen kann?

Darum geht’s doch in eurem Kapitalfaschismus, oder?

Da muss man sich mal überlegen, dass fremde Organe einem anderen, kranken Fremden implantiert werden sollen. Also, dass Privateste des eigenen Privaten. Das soll man „spenden“?

Im Endeffekt ein Akt der Heuchelei und ein absolutes Armutszeugnis, wenn wir das Ganze von wirtschaftlicher und fundamentalkapitalistischer Seite her betrachten.

Will man am Ende doch vielleicht nur Leben von Schwerstkranken erhalten, um nur ihre auch noch so geringe Konsumkraft systemförderlich zu erhalten?

Denn darum geht’s doch im Kapitalismus, um Wirtschaftlichkeit und nicht um Menschlichkeit, oder?

Sehr geehrte Bundesregierung! Wenn Sie Wert auf meine Organe legen, dann können Sie sie haben.

Allerdings nur zu diesem Angebot:

Sie veranlassen für mich bitte einen Schuldenerlass bei meinen Gläubigern, tragen aktiv zum Erhalt meiner Gesundheit und Lebensqualität bei und stellen mir von Seiten der Öffentlichkeit berufliche und private Perspektiven zur Verfügung, sodass ich eines Tages, wenn die große Grätsche kommt, beruhigt mit dem Gedanken einschlafen kann, dass auch meine direkten Angehörigen davon profitieren. Die Höhe einer dafür benötigten Apanage werde ich gerne in einem persönlichen Gespräch mit einem Ihrer Verantwortlichen verhandeln.

Allerdings möchte ich Ihnen hier an öffentlicher Stelle zur Kenntnis geben, dass folgende meiner Körperteile nicht mehr vakant sind.

Mein Arsch. Gehört schon euren Banken.

Meine Leber und meine Lungen tragen aktiv zur wirtschaftlichen Förderung der Getränke- und Spirituosen-, sowie der Tabakindustrie bei.  

Mein Herz. Veräußert an den Glauben an wirklicher Freiheit und Demokratie.

Mein Hirn. Unveräußerlicher Bestandteil der eigenen Identität und Bewusstsein.

Sehr geehrte Bundesregierung, wie Sie sehen, sind meine Filetstücke schon veräußert. Und! Meine Seele, die bekommen Sie nicht. Weder im Diesseits noch im Jenseits.

In diesem Sinne.

Bleiben Sie uns gewogen.

Meine sehr geehrten Damen bis Herren.

Und?

Haben Sie sich auch schon für die EM eingedeckt mit nerv tötenden Vuvuzelas, Rasseln und Gasdruckfanfaren?

Krach schlagen und seinen Verein anfeuern.

Den Verein anfeuern….

Nicht das Stadion… Tz…

Alles muss man auch erklären heutzutage. Mann, mann, mann…

Manche schlagen nicht nur Krach sondern auch den Anhängern anderer Mannschaften auf die Fresse.

Klar. Gewalt verbindet.

Wird doch in der Regel während einer 90 minütigen Spielzeit ein wehrloser und friedlicher Fußball von unzähligen Fußtritten traktiert und malträtiert.

Ein harmloser Fußball aus Leder!

Leder, das einmal eine friedliche und harmlose Kuh zu Lebzeiten als Mantel trug!

Ein Lebewesen!

Das treibt nicht nur Vegetariern die Schamesröte ins Gesicht.

Klar, dass nach den letzten gewalttätigen Übergriffen in und um Stadien, Bahnhöfen und auch auf Autobahnen jetzt wieder die Diskussion über den Umgang mit militanten Fußballanhängern hochkocht.

Ein kleiner Tipp von unserer Seite, wie ganz schnell Ruhe im Busch ist.

Gewaltbereite Fans, Hooligans und deren Sympathisanten und Mitläufern sind in Zukunft direkt aus dem Verkehr zu ziehen, in dem man sie noch vor Ausführung einer strafbaren Handlung einer Sondertruppe der Bundeswehr unterstellt und direkt ab nach Afghanistan schickt.

Da gibt’s genug Gewalt und Action.

Ohne Wenn und Aber und ohne Rücksicht auf den gesellschaftlichen Stand des Aggressors.

Denn wer denkt, bei gewaltbereiten Fans handelt es sich nur um den allgemeinen gesellschaftlichen Bodensatz, die Hefe unserer kulturellen Entwicklung, der irrt.

Viele dieser Irrläufer haben feste Jobs in verantwortungsvollen Positionen, selbst bei großen deutschen Banken und Versicherungen.

Wochentags der liebe Angestellte aus der Personalabteilung und fürsorgliche Familienvater und am Wochenende gibt’s dafür richtig Kasalla!

Wer Gewalt will, der soll sie auch bitteschön bekommen.

Nach der Festnahme, kurze Vorführung vorm Staatsanwalt und Richter, nicht lange fackeln, kurze Einweisung darüber, wo’s gleich hingeht und ab geht die tolle Reise für mindestens 6 Monate nach Kabul zum Talibanklatschen oder ruck zuck an den Khyber Pass, den Amis helfen tonnenweise erbeuteten schwarzen Afghanen eintüten und versandfertig machen für die weltweite Distribution.

Leider scheint der Staat mit guten Ideen im Umgang mit Gewalt schlecht bestückt zu sein.

Wie sonst lässt es sich erklären, dass Staatsschutzorgane versagend wegsehen und wie im Falle der rechtsradikalen NSU, die knapp 15 Jahre mordend durchs Land zog, nicht in der Lage war, Täter Dingfest zu machen.

So ist es nun mal. Während linke Gruppen direkt als staatsfeindlich gelten, lässt man den Rechten eher freie Hand.

(An dieser Stelle distanzieren wir uns von jeglicher Gewalt. Egal, ob nun von rechts, von links, von oben, unten oder von vorn oder hinten.)

Nunja! Gegendemonstrationen bei öffentlichen Versammlungen und Kundgebungen rechter Gruppen bekommen langsam Volksfestcharakter.

Aber auch das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Zeigt man Präsenz und Ablehnung gegenüber faschistisch eingestellten Menschen und fühlt sich demokratisch frei, so vergisst man leider nur allzu oft sein eigenes Dazutun im Kampf gegen den Alltagsfaschismus, der sich in diesem Land genauso stark etabliert hat wie in den USA und in anderen Staaten dieser Erde.

Aber bleiben wir hier in der BRD. (BRD. Für jüngere Menschen ohne großartigen Bildungshintergrund: Da wo Du wohne tust. Okay?)

Gegen den alltäglichen Faschismus, wie Ausgrenzung, Benachteiligung, Körperverletzung, wirtschaftlichen und körperlichen Ruin, über Beihilfe bis hin zum Mord durch politische und wirtschaftliche Instrumentarien (zum Beispiel: Hartz vier bis hin zur banalsten Medienpropaganda der Mainstreammedien, die alle fröhliche ihr Liedlein vom Endsieg des Kapitalismus und der damit gewünschten Verbesserung der allgemeinen Lebensumstände, wie den Kampf gegen Hunger und Not in allen Ländern der Welt singen), tun wir leider nicht sehr viel, schauen weg und ignorieren ihn.

Auch klar, dass es fürs eigene Seelenheil besser ist, ein hoch intelligentes Tier, wie einen orakelnden Kraken zu fragen, ob man Europameister wird oder nicht.  

Viel Spaß nun beim Kauf von Fanartikeln und denken Sie immer dran:

Zuviel Veltins Bier macht Assauer, sorry…. Alzheimer…!

In diesem Sinne.

Bleiben Sie uns gewogen.