Offener Brief an die Bundesregierung zum Thema Internetsucht

Veröffentlicht: Mai 27, 2012 in aktuelle Themen
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Meine sehr geehrten Damen und Herren.

In jüngster Zeit diskutierten wir in der Redaktion des udoschueller Blogs lange die Ergebnisse des Drogen und Suchtberichtes der Universität Lübeck im Auftrag der Bundesregierung in Bezug auf die pandemische Auswirkung der Internetsucht.  Diese besagt, dass man schon bei einer täglichen Dauer ab 4 Stunden zu den Kreisen der Süchtigen, also Abhängigen, gehört. Leider beschränkt sich diese Studie nicht auf die private Zeit im Internet. Man rechnet die berufliche mit dazu.

Je nach persönlicher Physis sind die Krankheitssymptome der Folgen unterschiedlich schwer ausgeprägt und bedürfen besonderer ärztlicher und medizinischer Pflege in entsprechender Dauer. Wir, auf der einen Seite Arbeitnehmer und Arbeitgeber und auf der anderen Seite als redaktionelle Mitarbeiter der udoschueller Blog Redaktion, sehen eine große Gefahr für die Volkswirtschaft zukommen. Als Arbeitgeber stellen wir uns die Frage, ob man seine Angestellten bald nur noch bis zu drei Stunden täglich an die Rechner setzen darf, danach ist eine zusätzliche Lohnergänzugszahlung dem Arbeitnehmer zu seinem regulären Gehalt zu zahlen.

Oder, wie gehe ich als Angestellter mit dem Thema Sucht um? Mache ich mich da strafbar mit?

Die Frage nach einer Sonderbesteuerung für Internetarbeitsplätze bleibt auch offen.

Aus diesen Gesichtspunkten heraus bitten wir die Bundesregierung um eine schnelle öffentliche Stellungnahme, da es hierbei um die allgemeine Volksgesundheit geht.

Hier nun der offene Brief an die Bundesregierung und die öffentliche Hand:

28.05.2012 – Offener Internet-Brief

Drogen- und Suchtbericht Mai 2012: Bei den 14- bis 64-Jährigen gelten ca. 560.000 Menschen als internetabhängig und ca. 2,5 Mio. als problematische Internetnutzer.

Sehr geehrte Frau Dr. Bundeskanzlerin Merkel,
sehr geehrte Frau Drogenbeauftragte Dyckmans,

mit großer Sorge habe ich im aktuellen Drogenbericht über das Thema Internetsucht gelesen. Ganz offensichtlich sind große Teile der Bevölkerung suchtgefährdet.

Seitdem ich vor wenigen Tagen diese Nachricht gehört habe, schlafe ich sehr unruhig und bin verunsichert. Am Wochenende habe ich mich daher mit Freunden und Familie über dieses Thema ausgetauscht. Alle sind besorgt über ihr Internetnutzungsverhalten, insbesondere da einige Raucher sind, andere schwierige Kindheitserfahrungen machen mussten, manche nicht so gerne zu Hause sauber machen und alle gelegentlich ein Bier oder Glas Wein trinken. Genau aber das sind die Indikatoren, die im Suchtbericht als internetsuchtbefördernd ausgewiesen werden.

Sie verstehen daher, dass meine Unruhe und Verunsicherung begründet ist.

Der große Teil meiner Freunde benötigt das Internet auch beruflich. Worauf müssen wir achten, wenn das Internet auch zum Arbeitswerkzeug wird?

Geht es Ihnen nicht auch schon so, dass Sie mittlerweile fast nur noch Texte aufnehmen, deren Umfang eine halbe DIN A4 – Seite nicht mehr überschreitet? Das ganze Internet ist voll damit und jede Sekunde kommen Neue dazu, die Sie auch noch lesen müssen.

Sind Offlinezeiten für Betriebe und für die Bundesverwaltung geplant, um die Bevölkerung zu schützen? Wird es zu Smartphoneverboten für Jugendliche und andere Betroffene kommen? Welche Maßnahmen sind geplant, um die Verbreitung von Geräten zu stoppen, die den exzessiven Internetkonsum befördern? Wie gehen wir mit Providern um, die den Stoff Internet unbegrenzt bereit stellen? Werden Webseiten abgeschaltet, die ihre Besucher zu langen Besuchszeiten verführen? Müssen wir nicht grade jetzt, um dem Suchtverhalten der Bevölkerung nachvollziehbar gewahr zu werden, die Vorratsdatenspeicherung einführen? Ist ein Bundessiegel für Webseiten und Onlineangebote geplant, von denen keine Suchtgefährdung ausgeht? Wird es ein Internetausstiegsprogramm geben, Rehaprogramme und Spezialisten in Drogenberatungszentren, die vor Ort helfen?

Wird die deutsche Regierung, im Namen der Fürsorgepflicht auch in dieser Situation der akuten Gefährdung der Volksgesundheit, den Mut aufbringen und sagen:

Ja – Wir schalten ab!

Ich habe Ihnen diesen Brief im Namen des Udo Schüller Blogs als Offenen Internet-Brief geschickt, da sich immer mehr Menschen mit diesem Suchtproblem konfrontiert sehen. Es scheint sich hierbei um das berühmte „Fass ohne Boden“ zu handeln. Vielleicht sehen Sie ja eine Möglichkeit, dem Fass zumindest einen Deckel aufzusetzen.

Mit freundlichen Grüßen

Udo Schüller
V.i.S.d.R (udoschueller.wordpress.com)
Estermannstraße 70

53117 Bonn

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