Meine sehr geehrten Damen bis Herren.

Gott sei Dank! Der Herr sei gepriesen! Halleluja! Hoch! Hoch! Hoch! Christi Himmelfahrt wird nicht mit Christopher Street Day zusammen gelegt. Letzten Pressemitteilungen zufolge können Christen in aller Welt aufatmen. Eine Ur-Angst der Katholiken scheint sich nun langsam doch in Weihrauch aufzulösen. Karen L. King, eine Harvard Historikerin scheint auf eindeutige Beweise gestoßen zu sein, dass Jesus eine Frau an seiner Seite hatte. Ein Papyrusschnipsel aus dem 4. Jahrhundert n. Chr., dass in koptischer Sprache verfasst wurde, belegt, dass Jesus von „seiner Frau“ gesprochen haben soll. So sind Kerle eben.  Viele sprechen nicht nur von und über Frauen, sondern träumen auch ihr ganzes Leben von ihnen. Jesus war wohl allem Anschein nach verheiratet. Der Herr sei gepriesen dafür, auch wenn es nur eine Heiligenschein-Ehe gewesen ist. Egal! Das Mysterium muss erhalten bleiben. Denn noch heute hält das simple Verständnis eines Durchschnittsgläubigen jeden Mann, der sich selbstlos, hingebungs- und aufopferungsvoll im sozialen Bereich einsetzt schlichtweg für… schwul. Sich als Kerl hauptberuflich und unentgeltlich für Alte, Schwache, Kranke und Ausgegrenzte einzusetzen, ist heute noch ein Job nur für zarte Gemüter und Frauen, also biologische. Mädels eben, egal welchen Geschlechts. Es wäre unvorstellbar für die römische Altherren WG der wallenden Gewänder gewesen, wenn nun ganz offiziell der Sohn des allein erziehenden Glaubensanführers der Christen, sich als Brokathusche entpuppt hätte. Und zum Glück ist es auch eine Frau, die es heraus gefunden hat. So gnädig ist dann der Glaubensseller doch noch, diesen Erfolg einem Nicht-Mann zuzuschreiben. Klar, die Jungs haben seit der Inquisition noch einiges bei den Frauen an Reparationszahlungen gut zu machen. Heiße Frauen kannten Kirchenmänner früher nur vom Scheiterhaufen her.

Wer möchte da nicht mal mit ihren Äpfeln spielen

Wer möchte da nicht mal mit ihren Äpfeln spielen

Also lasset uns gemeinsam nun drei Kreuze schlagen und dafür dankbar beten. Betrachten wir aber noch nebenbei die Timeline und den dazu gehörigen heutigen Bewusstseinszustand. Das historische, in koptischer Sprach verfasste Dokumentenfragment ist aus dem 4 Jahrhundert n. Chr. . Die koptische Sprache gibt es seit dem 3. Jahrhundert n. Chr. und war zu diesem Zeitpunkt noch eine sehr junge und noch nicht ausgereifte Sprache, die kaum einer verstand, noch schreiben oder lesen konnte.   Heute wissen wir, dass in grauer Vorzeit eine Vielzahl von kleinen Guttenbergs an den Aufzeichnungen und Dokumentationen beteiligt gewesen waren. Nur sehr wenige konnten Schreiben, Lesen und Rechnen. So wie heute, nur ohne Playstation. Diejenigen, denen dies vorbehalten blieb, weil sie nicht grade mit der goldenen Zuckerzange im Mund geboren wurden, denen blieb nichts anderes übrig, als zu glauben. Sonst würde Glaube auch Wissen heißen und so wissen wir, warum es mehr Kirchen gibt auf der Welt, als Schulen.

Gehet hin in Frieden.

Schauen Sie doch auch mal auf unseren neuen Roman: Früchte meiner Arbeit: Ein Tatsachenroman

Ihr Norbert Schuhmann.

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Kommentare
  1. In meinem Artikel „Brauchen wir die Kirchen noch“ habe ich mich der Frage gewidmet, ob die „Staatskirchen“ in der Welt von heute überhaupt noch einen Sinn machen – Und das meine ich auch im Hinblick auf die Menschen, die einen Glauben haben. http://politropolis.wordpress.com/2012/05/10/brauchen-wir-die-kirchen-noch/

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