Archiv für Januar, 2013

Meine sehr geehrten Damen bis Herren an den Empfängnisgeräten.

Heute, am 30.01.2013 stößt‘s uns übel auf. Schauen wir mal im Geschichtsbuch unter dem Datum 30.01.1933 nach, so steht dort die Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler. Das Ende kennen wir alle nur zu gut, es hat allein bei den Juden weit über 6 Millionen Menschenleben gefordert. Von den anderen unschuldigen Opfern ganz zu schweigen.

Ein nicht wieder gut zu machender Fehler in der Menschheitsgeschichte.

Hat man daraus gelernt? Nein, die Tötungsmaschinerie und Wirtschaft nahmen nun erbarmungslosere Ausmaße an, wie man damals an Hiroshima und Nagasaki demonstrativ darstellte unter der Regie der internationalen Ost-West Koproduktion: „See ya next in this movie: How we bring all of you to a faster death.“ Ein weiterer nicht wieder gut zu machender Fehler.

Das alles hat zu dem geführt, was es heute ist. Ein perfides System aus Abhängigkeiten, die sich wirtschaftlich gesehen am Wert des menschlichen Lebens und am Wert der Aufwendungen für all den Konsummüll, den man uns aufzwingt, durch Arbeitsleistung nicht gegenrechnen lässt und nur im Verlust endet. Logisch, nicht wahr? Nicht mit eingerechnet ist das persönliche Ableben. Das lassen wir mal außen vor, denn sonst funktioniert diese Gleichung nicht und alle unsere Bestrebungen führen in den Verlust, denn beim eigenen Tod endet die Schuldigkeit bei den Banken. Also, wieso den Arschlöchern ihr Spielgeld wieder geben?   

So ist das eine Verlustrechnung, denn Banken finanzierten Hitler damals und heute unter anderem die Krisenherde und Kriege unserer Zeit und was weiß man noch so alles. Banken und die Geldwirtschaft sorgen für den Tod von Menschen, sie spekulieren auch mit Nahrung und sie halten es für eine ausgezeichnete Idee, das Trinkwasser nun zu privatisieren. Das freut die Kirche nicht, denn dann erhöhen sich die Kosten einer Taufe und Weihwasser hat Dior-Parfüm Preissegmentcharakter. Das kostet natürlich auch weitere junge Schäfchen, die man bisher hatte quasi „for free“ streicheln dürfen. Und wenn Wasser privatisiert wird, dann sind das ja schon Preise wie im Puff für’n Glaubensmann.

Wenn wir schon in einer „menschenverachtenden Gierhals und erbärmlicher Ökonomen Zeit ohne Blick für die Wirklichkeit und Wille zu Behebung der Probleme der Zeit leben, dann betrachten wir doch mal unser eigenes Leben als Unternehmer, der sich und sein „Produkt“ in die Gesellschaft einbringen kann. So denkt man gewinnorientiert und kann erfolgreich durch sein Leben gehen. Nur leben wir leider nicht so, sondern in einem schlechten Zweig des Kapitalismus, der mehr Menschen die Existenz kostet und in die Armut und Abhängigkeit zwingt, als jemals zuvor. Daher richten wir heute zu diesem internationalen Trauertag nicht nur den andachtsvoll gesenkten Blick auf die Opfer der Vergangenheit. An den Opfern unserer Gegenwart messen wir die Grausamkeit, die bis heute nach Hitler folgte. Wir richten heute so viele Menschen durch unseren Konsum und unsere Gesellschaftsordnung hin, dass die Zahl der damaligen Opfer dato bei weitem übertroffen wird. Wir grenzen aus, wir sanktionieren, wir selektieren, sortieren, prostituieren und morden heute weitaus mehr Menschen als in der Vergangenheit. Wie grausam wollen wir es denn noch haben, hm? Wieso schicken Mütter ihre Kinder immer noch in den Krieg? Das kann doch nicht euer biologischer Auftrag sein, ihr solltet doch Leben schenken, oder? Wieso haben wir die Achtung vor und auf unserem Leben verloren? Wie konnte das passieren? Wahrscheinlich durch Duldung und Ertragen. Wahrscheinlich auch immer durch blinde Wiederwahl und Angst vor einem neuen Weg, der in eine konfliktfreiere Welt mit mehr Perspektiven für mehr Menschen führen könnte. Bleiben Sie uns gewogen.

Ihre Ohauerha Redaktion.

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Meine sehr geehrten Damen bis Herren an den Empfängnisgeräten.

Schon allein die Überschrift „Titten, Titten, Titten.“ treibt mir die Klickzahlen in die Höhe. Meine Damen, was haben Sie denn auch anders in einem Patriachat erwartet, in dem Sie immer noch als zweite Wahl in der Genese angesehen werden? Die Frau, als Verführerin, als Ehefrau und Hure. Die Frau, die Ur-Eva, die einst Adam zum Apfel verführte und sie dann gemeinsam aus dem Paradies getrieben worden sind von ihrem Schöpfer. Wobei der „Schöpfer“ auch nur der Phantasie alter Herren entspringt, die niemals wenigstens mit einem ihrer Körperteile in die extatischen Tiefen eingedrungen sind um als Praktizierender von Höhepunkten in ihrem Leben sprechen zu können. Viele dieser „alten Herren“ in wallenden Gewändern haben es eh nur mit Jungs, so wie man in der letzten Zeit immer häufiger in den Medien und aus Erfahrungsberichten Betroffener entnehmen kann. Was haben Sie denn auch anders von unserer Gesellschaft erwartet, die Sie bisher nie auf gleicher Augenhöhe anerkannt hat und es zum Teufel auch niemals tun wird? Was erwarten Sie von dieser Gesellschaft, in der in den Medien für auch die letzte vom Original zu billigster Chinascheiße kopierten Produkten mit jungen, heißen Bräuten geworben wird, damit sich der Kram besser verkauft lässt, wenn man Titten mit ins Spiel bringt, sie sich lasziv und fordernd, nett lächelnd und sich als williges und billiges Gutzle zum Produkt obendrauf prostituieren? Was erwarten Sie von einer Gesellschaft, die sie aus anderen Ländern unter falschen Versprechungen auf eine Modellkarriere oder sonst einem lukrativen Job an Männer verkauft, die sie dann hier zur Prostitution zwingen und sie ausbeuten? Was erwarten Sie von einer Gesellschaft, die sexistischer, pornographischer und ausbeuterischer nicht sein kann? Was erwarten Sie von einer Gesellschaft, die Ihnen in Ihren frauenspezifischen Trivialliteraturen und andere Schmonzetten, Geschlechtsgenossinnen als Societyladies vorsetzt, die sich auf irgendeiner Party einen Sportler, Künstler oder sonst irgendeinen „wichtigen“ Mann an den Hals schmeißt und Ihnen vormacht, dass der Viehmarkt der Eitelkeiten Ihnen den Eintritt in eine unabhängige Zukunft in Glanz und Glamour, Luxus und Champagnerlaune, zu Ehre und Aufsehen verhilft? Da brauchts nur einen Loddar Mathäus, der alle paar Monate mit Hilfe der Presse ihrem dank Makeup netten Äußeren, die Steigbügel in die Szene reicht und aus einer nichtssagenden und untalentierten jungen Frau über Nacht zur Designerin, DJane oder sonst etwas Exotischem macht. Was erwarten Sie von einer Gesellschaft, an der Sie nur als „schönes Objekt“ dazu gehören dürfen, wenn Sie ihre Nahrung auskotzen müssen, damit Sie in die Klamotten von irgend einem schillernden Designer passen, weil er Ihnen verspricht, dass Sie mit seinem Fummel und nur mit seinem Fummel zur Prinzessin werden, damit Sie alle zur Prinzessin werden? Was erwarten Sie von einer Gesellschaft, die sie daran misst, wieviel Silikon Sie sich unter Schmerzen über die keiner zu wagen spricht unter die Haut haben schieben lassen, damit man sie überhaupt wahr nimmt. Was erwarten Sie von einer Gesellschaft, die Sie dazu zwingt, sich ihr Gesicht mit Botox zu einer regungslosen Fratze spritzen zu lassen und was erwarten Sie von einer Gesellschaft, in der Frauen körperlich beschnitten werden und Sie ihr Antlitz hinter einer Burka oder einem Schleier verstecken müssen, nur weil es traditionsbewusste Männer und Religionswächter von Ihnen verlangen?

Was erwarten Sie von einer Gesellschaft, in der Sie nach einer Vergewaltigung in katholischen Krankenhäusern nicht behandelt werden und gezwungen werden, die Brut ihres Peinigers auszutragen, sie aufwachsen sehen und ihm eine Zukunft geben müssen? Das soll ein Kind der Liebe sein?

Was erwarten Sie von einer Gesellschaft, in der Männer alles sein dürfen, sogar Frauen aber Frauen selbst nicht als Mensch oder nur als Mensch zweiter Klasse anerkannt werden im Job und im Allgemeinen?

Und nun kommen Sie daher mit einem Aufschrei und mit einer Sexismusdebatte, weil sich ein geriatrischer Don Juan einer unwichtigen Partei einer Vertreterin der Presse anzüglich genähert haben soll. Jetzt starten Sie auf einmal einen Weg zurück in die Prüderie ganz nach dem infantilen Vorbild amerikanischer Gesellschaftsideologien. Jetzt, nach einer Zeit, in der jeder Idiot und jede Idiotin vor die Kamera gezerrt wurden, damit er/sie fleißig ausplaudern, wie toll die letzte Gangbang Party im Swingerclub war und wie schön es doch ist, wenn man sich beim Sex den Arsch versohlen lässt und die ganz devote Stute gibt, weil man dann wieder die Erdung zum Frau sein so richtig spüren kann. Mädels…. Wir müssen mal über die Themen Selbstwertgefühl, Stolz und Selbstbewusstsein reden! Denn wer im Dschungelcamp Schwänze frisst sollte in der Sexismusdebatte noch mal nach neuen Ansätzen suchen….

Bleiben Sie mir gewogen. Ihre Babette Kirsch

 

Meine sehr geehrten Damen bis Herren an den Empfangsgeräten.

Was wäre unser Land ohne seine political correctness, ohne seine aufrichtige Bemühtheit um ein sauberes Bild nach außen und ohne seine scheuklappenblinde Starrheit. Vielleicht haben Sie es aus Ihren Lieblingspropagandamedien dieser Tage entnommen.

Alte Kinderbücher sollen nun neu aufgearbeitet werden und Wörter, die man vor Jahrzehnten noch benutzte, müssen nun durch an unsere Zeit angepasste Ausdrücke ersetzt werden.

Darunter ganz oben das Wort „Neger“. Mit „Neger“ bezeichnete man früher „Farbige“…. Also „Bunte“, äh… „Ausländer mit schwarzer Hautfarbe“, äh… „Menschen mit afrikanischem Immigrationshintergrund“, äh… Exoten. Es ist aber auch schwierig für einen Weißen, der seine Hautfarbe je nach Gefühlslage und äußeren Temperaturen von weiß über blau nach rot wechseln kann.

Doch jetzt kurz vor den karnevalistischen tollen Tagen erreichte die Bundesregierung eine Petition, die fordert im Karneval gewaltverherrlichende Kostüme zu verbieten.

Wer in dieser Session vor hatte, sich wieder als Cowboy zu verkleiden, der wird an den tollen Tagen von städtischen Kontrolleuren nach Hause geschickt zum Umziehen. Wie gerne hat man schon als Kind Cowboy und Indianer gespielt, sich im Wald versteckt und mit Replikaten von historischen Schusswaffen aufeinander gezielt und „Peng! Du bist tot!“ geschrien. Dies soll laut einem Expresserlass nun vorbei sein, da die Cowboys gar nicht so nett waren, wie man sie aus amerikanischen Filmen, den Western, her kennt. Bei den besagten Cowboys handelt es sich um ehemalige europäische, politische und wirtschaftliche Flüchtlinge, die in das Land eingefallen waren, es den Ureinwohnern entrissen haben, um sich ihren Grund und Boden anzueignen, diese auszugrenzen und zu töten. Außerdem signalisiert man mit dem Tragen eines Cowboy- (dt. Kuhjunge) Kostüms insgeheim den Wunsch nach Führungsqualitäten, denn wenn die Kuhjungen eins konnten, dann eine Herde dummer Viecher vor sich hertreiben und mit ihnen einen Haufen Geld verdienen. So wie Politiker und Vertreter der Kirchen eben. Aus diesem Grunde verurteilen wir nachträglich vom Ohauerha Satireblog auch Gitte Haenning und ihren Texter Rudi von Dovenmühle, die 1963 mit dem Titel: „Ich will nen Cowboy zum Mann“ die Ehe mit einem Verbrecher als legitim besang und verherrlichen. Wir finden, das muss echt nicht sein.

Auch an die Damen möchten wir an dieser Stelle einen Appell richten um ihre Karnevalskostümauswahl 2013 noch einmal zu überdenken. Wer von Ihnen vor hatte, sich in dieser Session als „schöne Europa“ zu verkleiden, die sollte es sich noch einmal überlegen, denn wer will als Frau schon gerne als bodenloses Loch gelten. In diesem Sinne. Bleiben Sie uns gewogen.

Ihr Ohauerha Satireblog Team.