Protagonist gesucht! Die Plage mit den untalentierten Selbstdarstellern.

Veröffentlicht: März 1, 2013 in aktuelle Themen
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Meine sehr geehrten Damen bis Herren an den Empfängnisgeräten.

Winterzeit Grippezeit. Da lag ich nun ein paar Tage krank im Bett und blieb lieber zu Hause. Als ich keine Lust mehr auf Lesen eines Buches hatte, schaltete ich einmal über Tag den Fernseher ein.

Das hätte ich lieber bleiben lassen sollen. Was ich dort sehen musste, spottete jeder Beschreibung. Hatte ich mich bislang schon fast mit der üblichen Endsiegpropaganda und der schlechten Berichterstattung in den öffentlich rechtlichen Sendern sowie dem TV Sondermüll der Privaten abgefunden, so wurde mir beim Zappen durch das Tagesprogramm erst recht spei übel. Wenn man es nicht selbst gesehen hat, kann man es wohl echt nicht glauben, für was für einen Mist sich Mitbürger vor die Linse der Kameras der Müll TV Produktionen drängeln, damit sie wenigstens einmal in ihrem nichtssagenden Dasein etwas produziert und auf sich aufmerksam gemacht haben. Es lassen sich in diesen Formaten Menschen regelrecht vorführen und machen sich somit zum Handlanger einer Propagandamaschinerie, in der ein öffentliches Meinungsbild von Deutschen und Deutschland erzeugt wird, dass einem die Schamesröte ins Gesicht treibt. Würde man den gefaketen Trivialgeschichtchen Glauben schenken, so wäre der deutsche Bürger ein ewig zerstrittenes, ständig wild keifendes und mit den simpelsten Anforderungen des Alltags überfordertes Wesen, das ohne fremde Hilfe nicht lebensfähig ist. Menschen ohne Eigenverantwortungsgefühl, Schamempfinden und Selbstachtung. Menschen, denen man an dieser Stelle das eigene Urteilsvermögen absprechen und sich wundern muss, dass sowas überhaupt einem Job nachgeht oder sogar eine Wahlstimme hat. Ja! Solche Typen dürfen wählen gehen und ohne Vormund oder therapeutisch ausgebildete Personen das Haus verlassen und am öffentlichen Leben teilhaben. Sie scheuen nicht davor, ihre missratene Brut zu „den strengsten Eltern der Welt“ in den afrikanischen Busch zur Resozialisierung zu schicken, weil sie selbst keinen Plan haben und wohl auch über kaum einen Hauch von Bildung verfügen, weil hätten sie ihren Kindern ein Vorbild sein können, wäre das nicht passiert.

Was soll man auch anderes von Menschen erwarten, die scheinbar keinen blassen Schimmer von Identität und Selbstachtung haben. Woher soll es auch kommen, wenn es Programmverantwortlichen aus allen Sendern ein Begehr ist, so billig wie möglich zu produzieren, egal was für einen Mist.

Hauptsache die Werbungunterbrechungen bringen Kohle ein und umso blöder ein Volk ist, desto größer die Gewinnspanne für Wirtschaft und Industrie. Man opfert wertvolle Sendezeit für den trivialsten Mist und nennt es dann Kultur. Der Quatsch wird auch nicht besser, wenn man ihn ständig wieder wieder wiederholt. Professionellen Schauspielern wie unsereins wird es auf Grund dieser Sachlage immer schwieriger, sich in ihrem erlernten Beruf weiter zu behaupten und damit Geld zu verdienen.

Über 90% der deutschen Schauspieler leben am absoluten Existenzminimum, hungern, frieren und wissen nicht wie sie ihr Leben weiter führen sollen, wenn sie sich nicht auf auch das allerletzte Angebot einlassen. Allein in der TV Branche gibt es nur knapp 100 Kollegen, die mit ihrem Beruf ein Einkommen erzielen können, von dem sie leben können. Wenn überhaupt, denn oft ist es so, dass Berufsschauspieler nach ihrer Bewerbung den Job nicht bekommen, wenn er arbeitslos gemeldet oder gar „auf Hartz vier“ ist. Den Produktionen ist der Papierkrieg mit der ARGE und den Jobcentern ein zu großer Aufwand und verhindern die Beschäftigung. Dazu kommt noch, dass Produktionen Schauspieler auf Rückstellung engagieren, will sagen, dass es erst Kohle gibt, wenn die Produktion verkauft ist, was nicht selten scheitert oder die Kollegen nach ihrer Arbeit ganz ohne Gage nach Hause gehen dürfen, dafür aber ein nettes Team waren und es gab ein lecker Catering.

Wieder wurde eine ganze Branche durch die Privatisierung der Medienlandschaft hingerichtet und es deutet sich auch keine Besserung an. Wozu braucht man noch Schauspieler oder Künstler in unserem Land und für wen sollen sie ihrer Arbeit nachgehen? Für den verblödeten RTL II Dauerkonsument, der Arbeit nicht mehr würdigen kann, weil er selbst noch nie in den Genuss gekommen ist, Arbeit mit angemessener Entlohnung zu erhalten? Oder für die manipulierten und weichgespülten Opfer zu Hause an den Empfangsgeräten, denen ihr eigenes Leben als sinnlos vorkommen muss. Da ist es schon fast eine Entschuldigung mit therapeutischem Zweck, wenn Hinz und Kunz vor die Kamera gezerrt werden, damit sie wenigstens einmal in ihrem Leben sagen können: „Ich habe wenigstens einmal in meinem Leben eine Rolle gespielt.“ Deutschland, das Land der Dichter und Denker. Heute fast schon unvorstellbar und ein Stigma wenn man sagt, dass man sich hat zum Schauspieler ausbilden lassen.

Bleiben Sie uns gewogen. Ihr Ohauerha Satireblog Team.

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