Meine sehr geehrten Damen bis Herren an den Empfängnisgeräten dieser brennenden Welt.

Na, also. Das wurde ja auch mal Zeit. Endlich wird den Langzeitarbeitslosen geholfen. Ganz einfach durch noch mehr Arbeitslose die auch zukünftig wieder CDU/CSU/SPD zu verantworten haben. Dass das wieder nur eine Luftnummer ist, wird sich zeigen. Doch sind wir mal ganz gehässig und schlagen dazu einen kleinen poetischen Bogen zum Bahnstreik, der unsere volle Solidarität hat.

Natürlich ist es lästig, dumm und verzweifelt auf einem kalten, zugigen Bahnsteig rum zu stehen. Nicht abgeholt zu werden, dem schlechten Gefühl ausgesetzt zu sein, nicht abgeholt zu werden. Alleine gelassen mit schwerem Gepäck, keinen Anschluss zu bekommen. Und dann noch die Angst, die große Angst, sein Ziel nicht zu erreichen und zu spät zu kommen, denn: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Oder die Bahn. Doch schauen Sie sich auf dem Bahnsteig um, tausende warten mit Ihnen und teilen dasselbe Schicksal! Die Menschen irren herum, ziellos und ohne Ahnung, ob sie noch Anschluss bekommen werden oder ob ihr Zug sie überhaupt noch ans Ziel bringt. Man fühlt sich ausgeliefert, alleine, im Stich gelassen, friert, die Gemütslage lässt einen langsam resignieren, weil man eh einer Macht ausgeliefert ist, gegen die man machtlos ist, die einen beherrscht und über einen bestimmt. Man fühlt sich gegängelt, gemaßregelt und ausgebootet. Und das auch noch unschuldig, da kann man selbst nichts für.
Und wehe, Sie versuchen beim Bahnhofspersonal nachzufragen, wie, wann, ob überhaupt. Sie bekommen in der Regel nicht die für Sie befriedigende Antwort, keinen Ersatz, keinen Regress, kein Wort der Entschuldigung, sondern nur leeres Blablabla, das man ja auch nichts dagegen machen kann und vertröstet Sie auf einen späteren Zeitpunkt.

Sie werden nun langsam wütend, der Groll steigt in einem hoch. Am liebsten würde man so einem Bahntypen die Fresse polieren. Schließlich muss man ja zur Arbeit.
Der ganz wichtigen Arbeit, bei dem man auch nur Druck spürt und einem Kohle durch die Lappen geht und einen Anschiss von dem Chef riskiert, vielleicht sogar eine Abmahnung, Lohnabzug, Kündigung. Und dann kommt dann wieder die Angst vor dem sozialen Abstieg, wenn man nicht pünktlich auf der Ausbeuterarbeit ist. Man sieht sich schon selbst auf Hartz vier und das nur wegen dieser Drecks Lokführer, mit ihren ständigen Forderungen nach Geld, Geld, Geld.

Bahnstreik? Wie abgefahren...

Bahnstreik? Wie abgefahren…

Wissen Sie was? Das geschieht Ihnen ganz recht. Endlich erfahren Sie es mal selbst, wie es als Hartz vier Strafinsasse ist, alleine und ausgebootet zu sein.
So fühlt es sich an, wenn andere über einen bestimmen und einen nicht zum Ziel kommen lassen. So fühlt es sich an, ausgeliefert zu sein, verarscht, verraten und verkauft. Endlich merken Sie auch einmal, wie es ist einer Macht ausgeliefert zu sein, gegen die Sie nichts machen können außer jammern, jammern, jammern.
Das tun Sie ja eh. Haben ja nix zu tun auf dem Bahnsteig, ein schneller Blick in Facebook und jammern, jammern, jammern. Und nichts passiert. Sie können klagen wie Sie wollen, keiner nimmt sie ernst. Nur blöde Floskeln, die sie auch nicht weiter bringen.

Recht so. Von uns aus kann der Streik noch ein Jahr oder zwei weiter gehen. Bis es jeder gerafft hat, was es heißt, wenn man um seine Chancen gebracht wird, denn Hartz vier ist nichts anderes als Zwangsenteignung und Berufsverbot, Ausgrenzung und Demütigung, Verarsche und in vielen Fällen sogar Suizid. Weil irgendwann kann man nicht mehr, man will nicht mehr, man hat resigniert, weil man machtlos scheint.

Und jeden Tag geht das so. Jeden Tag noch schlechtere Nachrichten und jeden Tag werden auf den Bahnsteigen die gelben Quadrate, die Raucherzonen immer voller. Wie die Deppen quetschen sie sich in die auf den Boden eingezeichneten Lebensräume für Raucher, sodass Sie morgen früh noch eine Stunde früher am Bahnhof sind, damit sie noch einen Platz in ihrem gelben Raucherquadrat bekommen. Ja…. Leiden sollen Sie! Mit jeder Faser ihres Körpers und Bewusstsein sollen sie es spüren, was es heißt wenn man gegängelt und ausgegrenzt wird.
Das haben Sie nun davon, Sie Jammerlappen Sie!!!
Das geschieht Ihnen ganz recht.
Vielleicht verstehen Sie es jetzt, was Hartz vier bedeutet. Allein und ausgebootet, nicht ans Ziel kommend, vergessen und nicht abgeholt.
Danke GDL! Danke Lokführer. Zeigt es ganz Deutschland!

Alternativen gibt es, die sind allerdings nicht so bequem, wie die Bahn. Einsteigen und ankommen? Nein! Ganz im Gegenteil. Wenn Sie zu Ihrem Ziel kommen wollen, müssen Sie nun riesige Umwege in Kauf nehmen, die für Sie unangenehm sind und bei denen man sich noch mehr verarscht vorkommt, wie mit der Bahn.

Da kommt dann die große Lokführerin A. Bahn-nales an und zeigt Ihnen jetzt eine neue Wunderwaffe gegen ihre ausweglose Situation auf.

Um wieder Anschluss an den großen Zug zu bekommen schlägt die große rote Joblokomotive vor, Sie anstatt in einen Schnellzug in ein Aktivierungszentrum oder in einen Integrationsbetrieb zu stecken. Lächerlich werden Sie sagen. „Was soll ich da?“ Aktivierungszentren… Blanker Hohn. Was ein Quatsch. Gibt’s doch schon längst und ist nicht nur für die modebewusste Nahles ein alter Hut.
Aktivierungszentren gibt es längst. Man nennt sie „Berufliches Trainingszentren“. Sie wurden von der Bundesagentur für Arbeit (BA) als flächendeckendes Modellprojekt gestartet. Zusätzliches Personal gibt es nicht. Es werden sogar noch 1000 Mitarbeiter vom auslaufenden Programm “50plus” übernommen, natürlich befristet bis 2016.
Dazu kommt, dass die Jobvernichtungszentren der Bundesagentur für Erwerbsabbau (BA) das geplante 885 Millionen schwere Förderprogramm ab dem ersten Quartal umsetzen sollen. Auch ein alter Hut, bei dem die EU die Mittel schon um fast eine halbe Milliarde zusammen gestrichen haben.

Falls Sie so einer sind, der gar nicht mehr zum Ziel kommt, dann soll es Lohnkostenzuschüsse von bis zu 100% geben. Anstatt reguläre Arbeit zu schaffen, … ach was erklär ich es… Sie wissen es doch eigentlich schon längst selbst. Auch da sind Sie wieder in den Anus gekniffen.
Denn: 150 Millionen sollen pro Jahr als Lohnkostenzuschüsse eingeplant werden. Was nichts anderes heißt, dass das Geld aus dem vorhandenen Eingliederungstopf genommen wird. Das Geld fehlt damit den Maßnahmen für alle anderen Arbeitslosen.
Und wer dann immer noch meint, er könne sich auf seine Qualifikationen berufen und bekommt auf sich zugeschnittene Maßnahmen und Möglichkeiten…. Man…. Sind Sie aber lustig…. Von wegen. Wen man nun lange genug bis in die Verzweiflung, die Pleite und in Krankheiten getrieben hat, den bringt man dann in Integrationsbetriebe unter, in dem Sie dann zusammen mit allen anderen, wie Behinderte, Ex-Junkies, Doofe und all dem gesellschaftlich unwertvollen Humankapital Tüten kleben dürfen.
Jaja… Integrationsbetriebe… Hatten wir schon mal. Damals hießen Sie allerdings Arbeitslager oder KZ.
Dazu kommt jetzt noch, dass der Hass weiter geschürt wird, denn Asylbewerber sollen mehr Geld bekommen. Was ja nicht schlimm ist und gerechtfertigt. Doch diese Menschen fast sogar noch besser stellen, wie einen Menschen, den das System ausgequetscht und rausgeschmissen hat? Den es mutwillig um seine Chancen gebracht hat? Da stimmt die Relation nicht mehr und viele Menschen fragen sich zurecht, wieso überhaupt noch arbeiten gehen, wenn man sowieso keine Rente mehr bekommt und mit seiner Arbeit nur noch den Beschiss der großen Firmen wie Amazon, Zalando, Eon, Deutsche Bank, IKEA etc. unterstützt und diese noch nicht einmal ein Prozent Steuern in unserem Land zahlen und somit der Volkswirtschaft und jedem Bürger einen noch größeren Schaden zufügen. An dieser Stelle muss man sich fragen, warum Juncker in seiner Zeit als Premierminister von Luxemburg diesen Beschiss erst zugelassen hat und heute Vorsitzender der Kommission ist, die diesen Beschiss verwaltet? Wieso sitzt der noch in Amt und Würden und nicht wie Hoeneß längst im Knast? Wieso wohl nicht?
Ohauerha!
Bleiben Sie uns gewogen.
Lesen Sie nächste Woche, wenn wir noch nicht atomisiert worden sind etwas anderes aus Politik, Kirche, Wirtschaft und Gesellschaft.
Bleibt uns nur die Hoffnung, die bekanntlich zuletzt stirbt.
Wenn Sie uns unterstützen möchten, dann tun Sie sich bitte keinen Zwang an.
Wir würden uns sehr freuen und bedanken uns jetzt schon mal bei Ihnen.
Vielen Dank. Hier der Link zu unserem Support: http://wp.me/p2KG6k-eA

Unser Dank für das ausgezeichnete Bildmaterial geht an:
EGON
Karikaturist und Pressezeichner
http://www.toonsup.com/egon
Ohauerha
AfK

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Kommentare
  1. Thinkcool sagt:

    „…und viele Menschen fragen sich zurecht, wieso überhaupt noch arbeiten gehen, wenn…“

    Sehr viele Leitungen sind weeeeesentlich länger, als gedacht. Wenn es nicht so traurig wär, wäre es … ;-(

    See you on the flipside! 😉

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