Meine sehr geehrten Damen bis Herren an den Empfängnisgeräten dieser brennenden Welt.

Beschlossen: Fernsehstopp für Geringverdiener, arme Rentner und Hartz-IV Bezieher
oder wie millionen Besitzer von Fernsehempfangsgeräten künftig enteignet werden

Ja, ja – da ham´se wieder zusammengesessen, erst in den Hinterzimmern und vor ein paar Tagen im Bundeskabinett. Was kam dabei heraus: Mit Fernsehen für Hartz-IV Bezieher und wohl auch für viele Geringverdiener und arme Rentner ist ab dem Jahr 2017 Schluss!

Kapitalismus kannn soo schööön sein oder etwa nicht?! Erst hat man uns alle mit den erweiterten GEZ-Gebühren zwangsbeglückt – die öffentlichen Fernsehanstalten wissen gar nicht mehr wohin mit der Kohle und jetzt wird abgeklemmt, fertig und Licht aus.

Unser liebes gewähltes Bundeskabinett hat es möglich gemacht. DVB-T wird im Jahr 2017 abgeschaltet, endgültig. Digitale Agenda und basta!

Was heißt das?

Kein Fernsehen mehr für mindestens 1,8 millionen Zuschauer. Die DVB-T-Box oder der DVB-T-Empfänger im Fernsehgerät bleiben künftig stumm. Gibt sowieso viel zu viele Tatortsendungen. Geht ja auch nicht so weiter, dass sich das gemeine Volk einfach so über gut gemachte Dokumentationen und kritische Sendungen wie Monitor, Panorama, Fakt, Plusminus, Frontal 21 oder Die Anstalt informiert und zum Nachdenken angeregt wird.

Die Weitsicht unser Regierenden ist mal wieder nicht zu übertreffen. Bahn frei für das überwachte Internetfernsehen, damit auch wir, die Wirtschaft und Regierenden, endlich sehen, was Du so gerne siehst. Das passt so schön in die Totalüberwachung. Dafür bitten wir um Verständnis – Ha, Ha, Ihr Dumpfbacken.

Alternativ gibt es dann auch noch die Kabelgiganten, meist in der Hand von US-Unternehmen, die uns schon immer gerne zur Fernsehkasse bitten wollten. Die sind bestimmt auch gerne zum Datenaustausch bereit, ganz sicher.

Ach so – es gibt ja noch eine Alternative: DVB-T2

Ja, ja – die alten Geräte sind Schrott. Könnt Ihr nach Afrika verkaufen oder auch entsorgen. In meinem Fall heißt das konkret: Zwei eigenständige DVB-T-Empfangsgeräte, die mit Fernsehern verbunden werden können, ein tragbarer digitaler Bilderrahmen mit integriertem DVB-T-Fernseher plus ein DVB-T-Empfänger für meinen Computer.

Macht ja nix – hat die Regierenden doch mal grade einen Federstrich und Schenkelklopfer gekostet. Ich bleibe allerdings auf Kosten von rund € 300,00 sitzen, die ich ungern noch einmal ausgeben möchte. Vermutlich werde ich damit aber nicht hinkommen!

Kein TV

Aber warum jammere ich eigentlich? Schließlich gibt es DVB-T in unser Region ja schon seit dem Jahr 2004. Da wird es doch mal Zeit für was neues oder etwa nicht?

Danke, Herr Dobrindt, Sie haben den Namen „Internetminister“ wirklich verdient. Wir vom Ohauerha-Blog sind ganz sicher, dass Sie von vielen Bürgern dafür auch noch ein eigenes Dankschreiben erhalten. Verdient haben Sie es, aber wirklich.

Die Wirtschaft reibt sich schon die gierigen Finger. Sollen doch die neuen DVB-T2-Empfänger bei Markteinführung zwischen € 100,00 und € 200,00 kosten. Na so etwas aber auch. Konservativ gerechnet bedeutet das Kosten i. H. v. 270 Millionen Euro, die von der ärmeren Bevölkerung berappt werden müssen, damit zumindest ein DVB-T2-Empfänger in jedem Haushalt steht (Gerätekosten von € 150,00/Stück).

Das wird sich Oma Erna mit ihrer monatlichen Rente von € 680,00 aber freuen. Kerzenlicht soll ja auch Freude bereiten. Auch der Geringverdiener, der spät abends von seinem dritten Job nach Hause kommt und dann nur noch ein wenig Fernsehen will, wird begeistert sein, dass er für die neue DVB-T-Box fast so viel Geld ausgeben soll wie heute für einen neuen Flachbildfernseher. Und jeder Hartz-IV-Bezieher sollte sich bereits jetzt schon mal in den Künsten der Meditation üben, damit wenigstens noch das Kopfkino übrig bleibt.

Da klingt doch so ein Internetfix-Fernsehzugang für ´nen Zehni im Monat erst einmal wie eine Verlockung. Schade nur, dass dort die politkritischen Sendungen fehlen.

Nun ja – so ist es. Wir wählen diese Schurken ja immer weiter; das muss uns ja mal irgendwann auf die Füße fallen.

Zum Glück sind die Frequenzen, auf denen wir bisher unser Fernsehen empfangen konnten, nicht verloren. Die werden nämlich von unser umsichtigen Regierung für einige Milliarden versteigert, damit irgendwelche internationialen Mobilfunkkonzerne in Deutschland künftig noch mehr Geld mit uns Bürgern verdienen können.

Bisher ist uns leider kein Programm bekannt, das Oma Erna, den Geringverdiner oder Hartz-IV-Bezieher an dem Geldsegen so weit beteiligen wird, damit die auch künftig noch das öffentlich-rechtliche Fernsehen weiter empfangen können. Das hätte Ohauerha schon in Erfahrung gebracht.

Was wir aber jetzt schon wissen: Auch wenn ab 2017 das Fernsehbild in vielen Haushalten dunkel bleibt – die GEZ-Gebühren müssen auch dann weiter gezahlt werden. Danke liebe Regierende, danke. Ihr werdet einfach immer besser.

Bleiben Sie uns gewogen.
Lesen Sie nächste Woche, wenn wir noch nicht atomisiert worden sind etwas anderes aus Politik, Kirche, Wirtschaft und Gesellschaft.
Bleibt uns nur die Hoffnung, die bekanntlich zuletzt stirbt.
Vielleicht wollt ihr uns ein wenig unterstützen? Wir sagen jetzt schon mal Danke für jeden Euro, der unsere Arbeit erleichtert.
Vielen Dank. Hier der Link zu unserem Support: http://wp.me/p2KG6k-eA

Unser Dank für das ausgezeichnete Bildmaterial geht an:
EGON
Karikaturist und Pressezeichner
http://www.toonsup.com/egon
Ohauerha
AfK
Links zum Selbstnachlesen:

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Frequenzneuordnung-Bundeskabinett-beerdigt-DVB-T-2546116.html

http://www.n-tv.de/ratgeber/Dobrindt-kappt-DVB-T-Fernsehen-article13791116.html

http://www.hifi-regler.de/digital-tv/dvb-t.php?SID=4298d706ff7acf283ce6ab438956c206

Und hier sitzt der Dobrindt (jetzt hab ich doch den Herrn vergessen, ganz schön schusselig geworden):
http://www.bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/Bundesregierung/Bundeskabinett/AlexanderDobrindt/_node.html

Und hier könnt Ihr zu dem Mann Kontakt aufnehmen auch wenn er das vermutlich nicht so gerne mag:

https://www.bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/Service/Kontakt/kontaktform_node.html

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