Die Idiotie der Onlinesucht

Veröffentlicht: Juni 17, 2016 in aktuelle Themen
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Meine sehr geehrten Damen bis Herren an den Empfängnisgeräten dieser brennenden Welt. Werte Allerwerteste.

Auch diese Woche haben wir wieder alle Kosten und Mühen gescheut und dem Volk und seinen Organen aufs Maul geschaut. Wir schreiben es, damit Sie es nicht denken müssen.
Schön geht anders. Doch lesen Sie selbst.

(Kann Spuren von Wahrheit und literarischem Diabolismus enthalten. Also nix für Menschen mit einer Verumsintoleranz und einer Allergie gegen ganz schwarzen Sardonismus.)

Berlin: Regierung erkennt Onlinesucht als größte Gefahr für Deutschland.

Wenn schon heute nach Schätzungen aller beteiligten Behörden und Medieninstitute ca. 560.000 Menschen zwischen 14 und 64 Jahren internetsüchtig sind, müssen Maßnahmen ergriffen werden, um diesen Suchttrend rechtzeitig zu stoppen.

„Es geht hier um Menschen, um Schicksale und Familien. Süchtigen muss geholfen werden. Das ist die Aufgabe einer jeden gewählten Regierung.“

Da auch immer mehr Bezieher von HARTZ IV – Leistungen betroffen sind, plant die Regierung ein Pilotprojekt, das den betroffenen Süchtigen helfen soll, einen Alltag zu gestalten, der es ihnen ermöglicht, wieder normal zu leben.

„Wir können nicht zulassen, dass Menschen den ganzen Tag Gerüchten und Halbwahrheiten aus dem Internet ausgeliefert sind und es so zu einer verzerrten Wahrnehmung der Realität kommt, die Betroffene in eine Suchtspirale führen aus der es kein Entkommen gibt.“

Zusammen mit der Bertelsmannstiftung und der PRO-7-Gruppe startet der staatliche Drogenschutz mit 5.000 Hartzern ein nahezu freiwilliges Monitoring des Surfverhaltens, um durch punktgenaues ausloggen, Schaden von den Menschen abzuwenden. Hier sieht sich die Regierung im Verbund mit der Medienwirtschaft in der Verantwortung.

„Schließlich bieten wir den Betroffenen eine große Vielfalt von phantastischen Fernsehproduktionen an, die wir am Fließband jeden Tag aufs neue zusammenlügen“, so ein Medienverantwortlicher (Anm. d. Redaktion: gemeint war vermutlich „zusammenfügen“).

politikergefahr

Im Zuge der Internetsucht beobachtet die Regierung zunehmend ein abweichendes Verhalten der Betroffenen von der Gesellschaftsnorm. „Plötzlich werden aus friedlichen Nachbarn Hasskommentatoren, die alles und jeden beschimpfen und verunglimpfen.“

In Zusammenarbeit mit der nordrheinwestfälischen Landesregierung wird aktuell ein wirksamer Netzkodex erarbeitet, der diesen Menschen wieder hilft, auf den gesunden Pfad heutiger gesellschaftlicher Realität zurück zu finden. „Schimpfen und Protest haben noch nie dazu beigetragen, dass irgend etwas in diesem Lande besser wird“, wird eine hohe Regierungsanwärterin zitiert.

Um den Umgang mit dem Netzkodex den Menschen so einfach wie möglich zu machen, wird ein bundeshoheitliches Portal aufgebaut, in das die Kommentatoren ihre Texte hochladen können, um kurz darauf die dem Netzkodex entsprechende bereinigte Version zugeschickt zu bekommen. Aussagen wie „Du Fotze, ich weiß wo Dein Haus wohnt“ oder „Wir kriegen Dich Du Schweinesacksaudreck“ oder pauschalierende Verunglimpfungen gegen Politiker gehören dann endlich der Vergangenheit an.

Politiker können dann wieder ihre Arbeit machen, die sicherlich nicht allen gefällt aber immerhin den wenigsten.

„Bei der Erarbeitung des Netzkodex verlassen wir uns zu 100% auf die Medienwirtschaft, die schon jetzt über jahrelange Erfahrung in Zensur und Filterung von Internetinhalten verfügt.“ Aus dem Springerkonzern wurde bereits begeistert Unterstützung zugesagt.

Bleiben Sie am Leben.
Und uns gewogen.
Lesen Sie nächste Woche, wenn wir noch nicht atomisiert worden sind etwas anderes aus Politik, Kirche, Wirtschaft und Gesellschaft.
Bleibt uns nur die Hoffnung, die bekanntlich zuletzt stirbt.
Wenn euch unsere Arbeit gefällt… Wir sagen jetzt schon mal Danke.
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Unser Dank für das ausgezeichnete Bildmaterial geht an:
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Ohauerha
AfK

 

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Kommentare
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