Unwetterwarnungen als politische Metapher

Veröffentlicht: Juni 17, 2016 in aktuelle Themen
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Meine sehr geehrten Damen bis Herren an den Empfängnisgeräten dieser brennenden Welt. Werte Allerwerteste.

Auch diese Woche haben wir wieder alle Kosten und Mühen gescheut und dem Volk und seinen Organen aufs Maul geschaut. Wir schreiben es, damit Sie es nicht denken müssen.

Schön geht anders. Doch lesen Sie selbst.

(Kann Spuren von Wahrheit und literarischem Diabolismus enthalten. Also nix für Menschen mit einer Verumsintoleranz und einer Allergie gegen ganz schwarzen Sardonismus.)

Das ist wieder ein Sommer, woll? Wenn man überhaupt noch von Sommer sprechen kann. Ein Unwetter jagt das nächste und die Rettungskräfte kommen kaum mit der Arbeit hinter her.

Plötzlich und im Übermaß öffnet der Himmel seine Schleusen und lässt die kleinen Flüsse anschwellen, dass es kein Halten mehr gibt.

Eben noch die Bude geputzt und aufgeräumt, schon schwappt die braune Brühe durch den Ort. Unaufhaltsam, alles mitreißend und alles zerstörend greift die braune Flut nach dem Besitz, nach all dem Hab und Gut der Bürger, die Parterre, also in erster Linie unten im Haus wohnen. Sie nimmt ihnen alles, was mal ihr Eigen war.

Plötzlich stehst Du vor dem Nichts, knietief in braunem Morast, der, wenn er nicht sofort entfernt wird, sich aushärtet und sich nicht mehr lösen lässt.

Die, die weiter oben wohnen, haben vielleicht noch Glück. Doch die Parterrierer trifft es als Erste.

Was soll uns diese Metapher zeigen? Was will uns die Natur lehren?

Das es nicht die großen Ströme sind, die die braune Flut bringen, sondern die kleinen Bäche, die den Tod und das Verderben mit sich bringen und sich dann erst in den großen Flüssen der Zeit ergießen und sich mehren, bis auch andere Orte, die bisher von der braunen Soße verschont blieben, von dem Dreck überschwemmt werden und so auch den Unbeteiligten betreffen, der sich bislang von der braunen Brühe unberührt fühlte.

Ja, Bürger. Die braune Brühe bringt nur Unglück und Verlust. Das sollte Dir klar sein. Und, es sollte Dir auch klar sein Bürger, das es die als erste trifft, die in einem Haus oder auch in einem Staat eher unten wohnen, die ersten sind, die die Opfer der braunen Brühe werden. Verstehste???

Tja… jetzt könnten die natürlich sagen, die weiter oben wohnen: „Selber Schuld. Was wohnt der auch da unten? Soll er doch arbeiten gehen, der faule Grippel. Was interessiert es mich, wenn der Idiot all sein Hab und Gut verliert. Ich wohne ja zum Glück im ersten Stock oder weiter oben. Mich betrifft das nicht. Meine Wohnung ist sauber. All mein Hab und Gut blieb verschont.“

Doch auch Du kleine geistige Amöbe musst mal wieder durchs Treppenhaus runter auf die Straße. Vielleicht zum Einkaufen, vielleicht zum joggen oder spazieren gehen. Und da wird es Dir vielleicht bewusst, dass auch Du davon betroffen bist, weil Du durch den braunen Schlamm waten musst. Kaum wirst Du voran kommen, denn der braune Schlamm hindert Dich am Fortkommen. Deine Gummistiefel bleiben im braunen Schlick stecken und Du wirst ab da barfuß weiter durch die Gülle staksen.

Schade nur, das die braune Flut auch sämtliche Läden und Geschäfte zerstört hat und Du Dich genauso am Trinkwasser Tankwagen anstellen musst, wie der, der Parterre wohnt. Du bist dann auch auf die angewiesen, die Dir Nahrung bringen, weil Du dich nicht mehr selbst versorgen kannst.

Nur mal so zum sagen…. In der Politik sieht es doch mittlerweile genauso aus, oder? Mitreißende Haudrauf Polemik, die weder Sinn macht noch Lösungen parat hält. Einfach Fresse auf und Hauptsache mal was gesagt haben. Und… was ist Dir in dem Moment wohl lieber, hm?

Ein sportlicher, kräftiger, gesunder und Fußball spielender Nachbar, der Dir beim Aufräumen hilft oder ein alter hassender Zausel, der nur das Maul weit aufreißt und schreit: Mehr Wasser. Mehr Regen. Noch mehr Regen und noch mehr Flut!!!

Apropos Fußball und braune Flut. Laut Herrn Gauland-Unter hat der gute Deutsche den Boateng zwar als Soccerballarina ganz doll lieb aber ihn zum Nachbarn haben…. ohauerha… Aber… wie diese konservativen geistigen Rheumatiker meinen: „Ist das überhaupt noch eine deutsche Mannschaft, wenn man nur Schwatte auf dem Grün sieht?“

Ist es einem deutschen Fußballspieler überhaupt zuzumuten, gegen Ausländer anzutreten, geschweige denn mit ihnen gemeinsam in einer Mannschaft zu spielen?

Ist so ein konservatives und faschistisches Denken nicht eher die Abseitsfalle in der Willkommenskultur, die soziokulturelle Blutgrätsche in die sportlichen Beine unserer eigenen Kultur und Menschlichkeit?

50% der Ösis haben es bei der Wahl schon bewiesen, dass sie eher die unbelehrbaren Altdenkenden sind und der Führung bedürfen, weil sie sonst ihr kleines krudes Dasein nicht auf die Kette bekommen. Und auch hier im Lande gewinnt rechter Aberglaube immer mehr an Boden, so wie die braune Flut in Bayern oder in NRW.

Und das nun grade zu Beginn der Fußball EM. Braune Grütze überschattet das friedliche Zusammenspiel und den sportlichen Wettkampf der Nationen.

Wäre es da nicht besser, selbst die beim Pöbel allseits beliebten Public viewings strikt nach der politischen Auffassung zu trennen? Also Public viewings areas nur für Rechte, nur für Linke und hie und da auch für politisch Unentschlossene? Vielleicht noch besser Frauen von Männern beim Rudelgucken zu trennen, denn sonst klappt das nicht mehr mit der Armlänge Abstand.

Jaja… der Regen kommt von oben und bringt kleine unschuldig anmutende Bächlein dazu ein alles zerstörender Strom zu werden.

Eben noch alle Scherflein im Trockenen und gleich schon mittellos, hilflos und nackt. Dreckig, beschmutzt, nass bis auf die Knochen und fassungslos, wie so was nur passieren konnte.

Jaja… es braucht also nur einen von oben, der den Wasserhahn aufdreht und punktuell alles mit seiner Gülle überschwemmt. So einen wie ein Forrest Trump zum Beispiel. Ein Regenmacher, der den Bürger so richtig nass macht. Doch das Schlimme an solchen Trump-eltieren ist ja eher, das solche Vögel auch noch Anhänger finden. Jetzt mal ehrlich, werter Yank… wie doof bist Du eigentlich, zu glauben, das auch nur ein Milliardär auf diesem Planeten auch nur Ansatzweise auf die Idee käme, etwas für Dich unterprivilegierten Vogel zu tun? Glaubst Du etwa, er wäre der Heilsbringer, also der… der das fließende Wasser, den unaufhaltsamen neoliberalen, inhumanen, irrationalen und gewaltbereiten Strom abzustellen oder wenigstens zu kanalisieren vermag?

Du bist nur der Steigbügelhalter, sonst nichts. Sobald solche Vögel an der Macht sind werden sie nur eines tun und zwar Dich vernichten, denn Du gehörst ja zu denen, die Parterre wohnen und durch die bisherige Fluten eh schon alles verloren haben. Du bist für ihn und seine kriminellen Pfründe zu nichts mehr Nütze, weil Du nicht konsumieren kannst, nichts erwirtschaftest und so an der widerlichen Raubtierökonomie nicht mehr aktiv teilnehmen kannst. Du bist der Erste, den solche Vögel vernichten werden. Wie beschränkt im Geiste muss man sein zu glauben, solche Vögel wären die Heilsbringer?

Selbst bei den sonst so innovativen Schweizern läufts wohl auch grad nicht so rund, oder? Die Schweiz! Ein Land in den hohen Bergen, zu dem man erst einmal einen Tunnel durch den Berg graben musste, damit man nach Jahrtausenden der alpinen Isolation zu ihm kommt.

Da hatten die Schweizer vor ein paar Tagen die Möglichkeit für ein #BGE zu stimmen und was ist? Ganze 22% der Schweizer waren dafür. Also knapp ein Viertel der Schweizer sind zu perspektivischem Denken fähig, der Rest verharrt lieber bei altgewohntem Ausgrenzerdenken.

Geld stinkt doch

Kaum war das Ergebnis durch, kamen die Stimmen wieder hoch, das ein BGE ein zu schwerer Eingriff auf die Selbstbestimmung des Individuums wären. Auf einmal kommen diese Vögel mit der ethischen, moralischen und philosophischen Keule und reden zukunftsweisendes wieder klein. So klein wie ihr Geist, so klein wie ihr eigenes Verständnis fürs Ökonomische. Wohl wissend, dass ein BGE nur ein Teil umfassender Reformen für das Zusammenleben und den Erhalt unserer Systeme nötig wären.

Komisch…. Um Menschen auszugrenzen, sie von Produktivität und Gemeinschaft abzuhalten, sie zu stigmatisieren und sie zum Schuldigen des eigenen Versagens und der bürgerlichen Beliebigkeit zu machen, so wie damals Juden und andere Volksgruppen, dafür ist ihnen kein Preis zu hoch, kein Aufwand zu teuer und jedes Mittel recht. Wenn es darum geht, wird der Mensch kreativ und phantasievoll. Dafür ist Geld und jedes Mittel da. Aber für zukunftsweisendes Verhalten… Geschissen drauf.

Solche Vögel schimpfen Zukunftsorientierte gerne als „Weltverbesserer“.

Na, da haben wir es doch. Das zeigt doch ganz klar, wie mies und unbedeutend solche humanoiden Zellhaufen sind, wenn sie Menschen, die die Welt wirklich verbessern wollen, lieber an die Wand stellen würden, als ihnen den Raum einzuräumen, den sie für ihre Arbeit bräuchten.

Also aufgemerkt! Der, der einen als Weltverbesserer beschimpft, ist selbst ein ganz übler Zeitgenosse. Ein Staatsfeind, der mit seiner Kleingeisterei der Zukunft des Landes und seiner Bürger im Wege steht.

Also! Freut euch in diesem Sommer über noch mehr Regen und braune Sturzfluten, die eure Dörfer und Städte überschwemmen. Sagt „Ja“ zum Regen. Tanzt und singt im strömenden Regen und versinkt in den Fluten.

Lasst euch mitreißen und ergötzt euch im braunen klebrigen Schlamm. Suhlt euch, beschmiert euch mit dem Morast und hofft darauf, das einer kommt und euch einen Eimer sauberes Wasser reicht, der euch vom Schlamm und Dreck befreit.

Wenn man erkennt, dass aus der Demokratie Faschismus wird, ist Widerstand die oberste Bürgerpflicht!

Bleiben Sie am Leben.

Und uns gewogen.

Lesen Sie nächste Woche, wenn wir noch nicht atomisiert worden sind etwas anderes aus Politik, Kirche, Wirtschaft und Gesellschaft.

Bleibt uns nur die Hoffnung, die bekanntlich zuletzt stirbt.

Wenn euch unsere Arbeit gefällt… Wir sagen jetzt schon mal Danke.

Hier der Link zu unserem Support: http://wp.me/p2KG6k-eA

Unser Dank für das ausgezeichnete Bildmaterial geht an:
http://www.toonsup.com/egon

Ohauerha
AfK

Linkliste:

Werte Leser. Alle Themen, die wir hier angesprochen haben, sind im großen und ganzen in der handelsüblichen Tagespresse nachzulesen. Wir hübschen die Zustände auf unserem Planeten nur ein wenig sardonistisch auf.

Zu unser aller Entsetzen haben wir dieser Tage feststellen müssen, das die Internetzensur wohl schon mehr an Geschwindigkeit aufgenommen hat, als uns bewusst sein sollte. Mit dem Einfügen und Posten von Links ist man zurzeit der Gefahr ausgesetzt, dass man sich Viren und anderes Ungeziefer auf die Festplatte holt und dadurch sich oder auch anderen Usern und Lesern Schaden zufügen kann. Dieses Risiko ist uns zu groß, auch wenn es uns nun dafür ein Teil unserer weltweiten Leser kosten sollte. Die Sicherheit geht uns jedoch vor. So fern man sich dieser noch wähnen kann.


					
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Kommentare
  1. […] Ohauerha: Unwetterwarnungen als politische Metapher […]

  2. Hat dies auf rebloggt und kommentierte:
    Ich liebe seine Art zu schreiben – das sollte man schon gelesen haben.
    Auszug:
    „Jaja… es braucht also nur einen von oben, der den Wasserhahn aufdreht und punktuell alles mit seiner Gülle überschwemmt. So einen wie ein Forrest Trump zum Beispiel. Ein Regenmacher, der den Bürger so richtig nass macht. Doch das Schlimme an solchen Trump-eltieren ist ja eher, das solche Vögel auch noch Anhänger finden. Jetzt mal ehrlich, werter Yank… wie doof bist Du eigentlich, zu glauben, das auch nur ein Milliardär auf diesem Planeten auch nur Ansatzweise auf die Idee käme, etwas für Dich unterprivilegierten Vogel zu tun? Glaubst Du etwa, er wäre der Heilsbringer, also der… der das fließende Wasser, den unaufhaltsamen neoliberalen, inhumanen, irrationalen und gewaltbereiten Strom abzustellen oder wenigstens zu kanalisieren vermag?“
    Bitte seid so lieb und belohnt die Mühe des Verfassers mit einem „Sternchen“.
    Ich möchte Euch auch dieses Blog nahelegen – es lohnt sich immer!
    Allen meinen Lesern wünsche ich ein schönes Wochenende.

    Wir sehen uns ausgeschlafen!

  3. Sylvia Kling sagt:

    Mein Lieber, ich mag Deine Art des Schreibens so unglaublich! Diese Satire, die sich mit Wortspielen vermischt und auch die aggressive Art, wie Du den Spiegel vor die Gesichter hältst: Klasse! Über den Inhalt: Ich bin ganz bei Dir!

    Herzliche Grüße

    Sylvia

  4. Jan sagt:

    Grandios – Ich denke da geht was. Wird immer besser. Kann Silvia nur zustimmen. Das ganze Projekt ist wirklich gereift. Habe Tränen gelacht und immer wieder geschluckt. Weiter so. Ihr gebt dem Internet Farbe in einer Zeit, in der alles gleicher und blasser wird. Gekonnter Wortwitz mit scharfem Verstand. Selten so gelesen. Selten so gut unterhalten worden. Habe mir erlaubt, den Text weiter zu empfehlen. Hoffe, dass sich bald noch mehr Leser finden, die mal das Andere wagen wollen, um ihren Verstand zu massieren. Wo kann man Euch Live erleben? Sind Auftritte geplant? Für welche Kabarettisten schreibt Ihr? Tolle Cartoons 🙂

    Dankbare Grüße

    Jan

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